Aarau

Fussball-Krawalle: Für Luzi Stamm liegt die Schuld bei der Aargauer Regierung

Für SVP-Nationalrat Luzi Stamm muss man bei randalierenden Fussballfans rigoros durchgreifen.jpg

Für SVP-Nationalrat Luzi Stamm muss man bei randalierenden Fussballfans rigoros durchgreifen.jpg

Sachbeschädigungen und Gewalt am Samstag in Aarau: FC St. Gallen-Fans und Aarau Fans gingen aufeinander los. SVP-Nationalrat Luzi Stamm fordert ein resolutes Vorgehen gegen Krawallbrüder. Und er sieht die Aargauer Regierung in der Pflicht.

Die Aarauer Bahnhofstrasse glich gestern Abend nach dem Spiel FC Aarau gegen den FC St. Gallen einem Krisen-Gebiet. Nur Dank einem Grossaufgebot der Polizei konnte verhindert werden, dass Aarauer und St. Galler Fans aufeinander losgingen.

Nachdem die rund 350 St. Galler Fans vor dem Stadion Brügglifeld gegen die erhöhten Eintrittspreise protestiert hatten, gingen sie kurz vor Anpfiff in die sonst von Aarauer Fans besuchte Kneipe Penny Farthing. Vor dem Pub und sogar drinnen zündeten sie Pyro-Fackeln, sodass sogar die Feuerwehr ausrücken musste.

Nach dem Spiel versuchten dann einige Aarauer Fans ihr Stammlokal zurück zu erobern. Die Polizei konnte die Fan-Gruppen voneinander trennen und setzte Tränengas und Gummischrot ein - trotzdem kam es in Seitenstrassen zu einigen Schlägereien. Zwei Personen, ein 19- und ein 20-jähriger Schweizer, wurden vorübergehend festgenommen.

Gegen 21 Uhr war der Spuk vorüber und die St. Galler Fans nahmen den Zug Richtung Heimat - nicht ohne die Notbremse zu ziehen, notabene.

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SVP-Nationalrat Luzi Stamm, ehemaliger Bezirksrichter, fordert gegenüber «TeleM1» ein resolutes Vorgehen seitens der Polizei: «Wenn jemand mit Gewalt anfängt, muss die Polizei sofort einschreiten». 

Barbara Breitschmid von der Aargauer Kantonspolizei relativiert aber die Forderung von Stamm. Mann könne nicht bei jeder Provokation einschreiten und müsse eine gewisse Verhältnismässigkeit wahren: «Es ist schwierig Einzelne herauszugreifen und die ganze Situation im Überblick zu behalten.» Ausserdem könne man erst jemand verhaften, wenn dieser strafbare Handlungen begangen hat. Was die Polizei aber gemacht hat: Die Fussball-Fans wurden eingehend gefilmt. So können etwaige Krawallbrüder im Nachhinein identifiziert werden.

Für Luzi Stamm ist das Ende der Fahnenstange aber erreicht: «Ich verliere langsam die Geduld.» Die Verantwortung sieht Stamm direkt bei der Aargauer Regierung. «Ich frage mich, für was wir eigentlich hochbezahlte Regierungsräte haben, wenn solche Ausschreitungen nicht effizient bekämpft werden.»

Für SP-Nationalrat Cédric Wermuth bringt es aber nichts, die Schuldigen bei der Aargauer Regierung zu suchen. «Es handelt sich hier nicht um ein Aargauer, sondern um ein europäisches und gesellschaftliches Phänomen.» Neben der Präsenz der Polizei vor Ort brauche es grössere Anstrengungen bei der Fanarbeit und man müsse die Clubs vermehrt in die Pflicht nehmen, so Wermuth. (rhe)

SVP-Nationalrat Luzi Stamm fordert resolutes Vorgehen gegen Krawallbrüder

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