Pop
Für seine Musik musste Mandango alle Regeln und Theorien vergessen

Eric Mandango hat seine vierte Single «Your Life» auf den Markt gebracht. Bei seinen rhythmischen und vielseitigen Kompositionen hört der Aarauer mit kroatischen Wurzeln auf sein Herz.

Tirza Gautschi
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Eric Mandango ist es wichtig, dass seine Lieder mit der Zeit gehen.HO

Eric Mandango ist es wichtig, dass seine Lieder mit der Zeit gehen.HO

Entspannt lehnt sich Eric Mandango nach vorne, den Blick konzentriert auf seinen Gesprächspartner gerichtet. «Wissen Sie, viele Leute nehmen mich einfach als Gitarristen wahr, aber ich selbst würde mich nicht so bezeichnen. Mein Ziel ist es, ein kompletter Musiker zu sein», sagt der 39-Jährige. Vergangenen Monat hat Mandango mit «Your Life» seine siebte Single veröffentlicht. Es ist der Auftakt für sein viertes Album.

Der in Aarau lebende Künstler hat sich schon in den jungen Jahren der Musik verschrieben. «Mein Vater hat mir eines Tages eine ganz kleine Gitarre nach Hause gebracht. Aus irgendeinem Grund hat er das Gefühl gehabt, dass dies etwas für mich sein könnte», erzählt Mandango. Seit diesem Zeitpunkt, erzählte ihm seine Mutter, habe man ihn nur noch selten ohne das Instrument gesehen.

Es waren die Platten seiner älteren Schwester, die dem jungen Mandango die Tür zu den Gitarrenhelden öffneten: «Eric Clapton war mein grosses Vorbild. Er kann mit seiner Gitarre Geschichten erzählen, die ich komplett verstehe und fühle», erzählt der Musiker, der aus einer kroatischen Gastarbeiterfamilie stammt und seit dem achten Lebensjahr regelmässig in die Schweiz reiste. Mandango, der sich das Gitarrenspiel selbst beigebracht hatte, musizierte in unterschiedlichen Bands, unter anderem auch mit der Sängerin Kirsty Bertarelli. Immer nach dem Motto: Hör auf dein Herz. «Ich würde alles nochmals gleich machen, ausser dass ich vielleicht nicht studieren gegangen wäre», sagt Mandango, der am Wiener American Institute of Music lernte. Auch wenn er in dieser Zeit viele Freundschaften geschlossen hat, habe ihn der Unterricht nicht weiter gebracht. «Ich habe nach dem Studium sehr viel Zeit gebraucht, um all diese Theorien, Regeln und Formeln wieder zu vergessen.»

Seine Heimat hat Mandango in Aarau gefunden. «Ich bin kein ortsbezogener Mensch, aber es ist extrem schön, sagen zu können: Hier bin ich zu Hause.» In Aarau finde er eine Auszeit von der Musik. Denn auch wenn er stets auf sein Gefühl hört, ist Mandango bei der Arbeit ein Perfektionist. «Ich bin mein grösster Feind. Ich glaube, ich werde sterben und nicht zufrieden mit mir sein», sagt er und lacht laut. Ihm ist es wichtig, dass seine Musik mit der Zeit geht und sich die Produktion stetig verbessert. «Ich schneide meine Vocals niemals, aber ich versuche, den Gesang und die Gitarre immer wieder in ein neues Kleid zu verpacken.»

Seine Songs, die neben Pop- und Rockelementen auch südliche Klangfarben enthalten, sind meist autobiografischer Natur. «Musik ist nichts mehr als ein momentaner Zustand, und so entstehen auch meine Lieder», so Mandango. «Letzthin ist mir eine meiner ersten Platten in die Hände geraten. Teilweise musste ich schmunzeln, aber in manchen Bereichen war ich sogar besser als heute.»

Single «Your Life» erhältlich unter www.ericmandango.com