Suhrhard
Für 46 Millionen bekommen die Buchser Senioren ein neues Bijou

Am Samstag wird das für 46 Millionen Franken erneuerte Alterszentrum eingeweiht.

Nadja Rohner
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Hat die Kapazität um 20 Prozent auf 100 Betten gesteigert: Das neue Alterszentrum Suhrhard in Buchs.

Hat die Kapazität um 20 Prozent auf 100 Betten gesteigert: Das neue Alterszentrum Suhrhard in Buchs.

UHG

Es ist eine massive Investition. Das neue Alterszentrum Suhrhard in Buchs hat rund 46 Mio. Franken gekostet, fast doppelt so viel, wie zu Beginn der Projektierung vorgesehen war. Auch die Gemeinden Buchs und Aarau haben sich finanziell beteiligt, Buchs primär in Form von Bauland. Am Tag der offenen Türe kann sich die Bevölkerung nun anschauen, was mit dem Geld passiert ist.

Wer das Altersheim in seinem früheren Zustand gesehen hat, wird staunen; wer nicht, wird dennoch beeindruckt sein von der Atmosphäre im modernen Bau, der eher an ein Hotel als an ein Altersheim erinnert. Besonders ins Auge fallen der Lichthof – quasi das Herzstück des Baus –, die Cafeteria sowie die kleinen und deshalb heimeligen Essbereiche auf den einzelnen Etagen.

Das Projekt «Hofgarten» des Luzerner Büros Meyer Gadient Architekten AG weist viele Holzelemente, Licht und eine grosszügige Raumgestaltung auf. Insgesamt hat sich die Fläche des Alterszentrums in etwa verdoppelt, die Gesamtkapazität steigt um rund 20 Prozent auf 100 Betten. Alles Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich. Im obersten Stock gibt es zudem neu einen geschützten, abgetrennten Bereich für Demenzkranke – inklusive Platz für Tagesgäste.

Die Bauerei erfolgte in zwei Etappen: zuerst der Neubau, dann die Sanierung und Umgestaltung des alten Gebäudeteils. Dreieinhalb Jahre Um- und Neubau unter Vollbetrieb bedeutete dreieinhalb Jahre Ausnahmezustand und eine Belastung für Bewohner und Mitarbeitende. «Es gab Tage, die waren richtig heavy», sagte Alterszentrum-Geschäftsführerin Ursula Baumann im «Landanzeiger». Mit der neuen Infrastruktur kann das Alterszentrum nicht nur zeitgemässes Wohnen, sondern eben auch zeitgemässes Arbeiten anbieten.

Tag der offenen Tür: Samstag, 21. Oktober, Beginn um 14 Uhr mit Platzkonzert der Harmoniemusik. Danach bis 17 Uhr Rundgänge und verschiedene Erlebnisposten.

Einwohnerrat: Grosses Unbehagen wegen der Alterswohnungen

Der Einwohnerrat Buchs hat sich am Mittwochabend neben der Einbürgerung von Funda Yilmaz (AZ von gestern) und dem Budget 2018 auch mit den Alterswohnungen Suhrhard befasst. Er hat dabei einstimmig eine Bürgermotion von Urs Schweizer überwiesen. Unbestritten ist, dass die Alterswohnungen neben dem Alterszentrum saniert werden müssen.

Mittlerweile geklärt ist auch, dass nicht einfach allen bisherigen Bewohnern vor dem Umbau gekündigt wird. Doch Motionär Schweizer fordert, dass diese in der Nähe des Suhrhard-Komplexes bleiben können und nicht in andere Gemeinden umplatziert werden.

Schweizer regte dabei den Ausbau des «Spittel» an. Gross ist die Opposition gegen die Pläne der Suhrhard-Aktiengesellschaft, von den künftigen Mietern den Bezug von Pflichtdienstleistungen zu verlangen. Also, dass sie generell nicht mehr selber kochen, waschen oder putzen dürfen.

«Wir vom Altersheimverein möchten unbedingt ein Angebot ‹Alterswohnungen ohne Dienstleistungen›», betonte Heidi Niedermann (CVP). Das will auch Bürgermotionär Schweizer – und mit ihm der gesamte Einwohnerrat, der mit der einstimmigen Überweisung der Eingabe dem Gemeinderat den Rücken stärkte bei den Verhandlungen mit der AG.

In Rekordzeit winkte der Einwohnerrat das Budget 2018 durch. Gegen die Steuerfusserhöhung von 3 auf 100 Prozent gab es nicht einmal aus bürgerlichen Kreisen Opposition. Denn die finanziellen Aussichten der Gemeinde Buchs sind düster. Vor allem, weil bis ins Jahr 2021 Investitionen von 32,6 Millionen Franken geplant sind, was zu einem massiven Anstieg der Verschuldung führen wird – auf eine Nettoschuld von 3646 Franken pro Einwohner.

Ein von Dimitri Spiess seitens der SP eingebrachter Vorstoss, den Steuerfuss auf 108 Prozent zu erhöhen, war chancenlos (32:5 Stimmen). Ebenfalls abgelehnt wurde ein SVP-Antrag, der die Steigerung der Lohnsumme für individuelle Erhöhungen von 1 auf 0,5 Prozent senken wollte. Problemlos passierten Stellenerhöhungen bei der Polizei und der Abteilung Bau Planung und Umwelt. Zudem bekommt die Feuerwehr ein neues Verkehrsfahrzeug. (uhg)

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