Suhr
Fünf Einsprachen gegen Tempo 30: Verkehrsgeplagte Anwohner brauchen Geduld

Gegen das Projekt «Tempo 30» für das Quartier Helgenfeld in Suhr sind fünf Einwendungen eingegangen – aber nicht gegen die Temporeduktion.

Katja Schlegel
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Das Wohnquartier im Helgenfeld soll vom Schleichverkehr entlastet werden.

Das Wohnquartier im Helgenfeld soll vom Schleichverkehr entlastet werden.

Ueli Wild

Aktuell dient die Ringstrasse im Helgenfeldquartier wegen der Mega-Baustelle im Suhrer Dorfzentrum für den Verkehr aus dem Wynental als Umleitung Richtung Entfelden beziehungsweise A1. Die Umfahrung nutzen wegen des Abbiegeverbots beim Rundhaus selbst Lastwagen, für die auf der Ringstrasse normalerweise ein Fahrverbot gilt. Ein Zustand, unter dem das Quartier ächzt.

Denn eigentlich warten die Anwohner seit Jahren auf Massnahmen, das Quartier vom Schleichverkehr zu entlasten. Und sie werden sich noch etwas gedulden müssen: Gegen das Gesuch um Signalisation von «Tempo 30» für das Quartier Helgenfeld sind innert Frist fünf Einwendungen eingegangen. Das teilt Dunja Koch, stellvertretende Bauverwalterin, auf Anfrage mit. «Die Einwendungen richten sich aber nicht gegen die Geschwindigkeitsreduktion, sondern gegen die geplanten Massnahmen», so Koch. Gemeint sind die Schwellen, sogenannte Vertikalversätze.

Das Quartier Helgenfeld und Tempo 30 – eine lange Geschichte. Bereits 2014 hatte der Gemeinderat seine Pläne vorgestellt, für die Strassenabschnitte Ringstrasse und Wältimattweg eine Geschwindigkeitsreduktion zu verfügen. Auslöser dafür war die Lärmschutzverordnung des Bundes. Diese verlangt, dass an Strassen, an denen die Lärmbelastung für Anwohner über dem Grenzwert liegt, Massnahmen ergriffen werden. Um die Liegenschaften nicht hinter Lärmschutzwänden zu verstecken, entschied sich der Gemeinderat für die Temporeduktion. Dies auch, um den Schulweg Gränichen–Suhr sicherer zu machen. Im Januar 2016 dann meldete der Gemeinderat, das Dossier liege beim Kanton.

Tempo 30 auch für Weltimatt

Während nun also das «Tempo-30-Projekt» für das Quartier Helgenfeld immerhin in den Einwendungsverhandlungen steckt, liegt das Projekt für die Weltimatt weiter in der Pipeline. Die ursprünglich gemeinsam aufgegleisten Projekte wurden getrennt, um einander nicht zu bremsen. Denn anders als im Helgenfeld ist die Temporeduktion in der Weltimatt rechtlich schwieriger zu realisieren, da der Strassenabschnitt an den Ausserortsbereich grenzt. Bevor das Projekt für die Welti-matt angegangen wird, muss auch für diesen Abschnitt ein Gutachten erstellt werden.

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