In der vierten Etage der Kaserne ist eine Nasszelle (WC und Dusche) unterteilt worden. Erstmals in der über 150-jährigen Geschichte des Gebäudes gibt es dort Duschen und Toiletten für Frauen. Allerdings auch mit Pissoirs – für den Fall, dass es nur Männer hat. Sind Frauen und Männer da, wird der Gang mittels einer Türe abgeschlossen – damit niemand auf falsche Gedanken kommt.

Steckdosen und LED-Licht: So sieht die «moderat sanierte» Aarauer Kaserne aus

So sieht die «moderat sanierte» Aarauer Kaserne aus

Korpskommandant Daniel Baumgartner betonte gestern in Aarau, es sei ein Ziel, dass sich der Frauenanteil in der Armee erhöhe. Bei der Rekrutierung 2017 war dieser noch klein. Von den 8598 Stellungspflichtigen des Aargauer Rekrutierungszentrums (damals noch in Windisch) waren nur 58 Frauen.

In den Händen einer Frau ist die medizinische Abteilung des Rekrutierungszentrums. Chefärztin Susanna Schärli prüft mit ihren Mitarbeitern die zukünftigen Rekruten auf medizinische Tauglichkeit. Zudem werden Impfungen gemacht – falls der Stellungspflichtige das will.

68 Prozent der 35 Vollzeitstellen des Rekrutierungszentrums werden von Frauen besetzt. Nur gerade 4 dieser 35 Personen tragen Uniform. Eine Aushebung dauert zwei Tage. Die Stellungspflichtigen haben ein so gedrängtes Programm, dass abends kein Ausgang drinliegt. Dafür wartet auf jedem Bett ein kleines Necessaire mit Nivea Produkten. Und am Ende aller Schlafsäle sind Steckdosen montiert, damit die Rekruten ihre mobilen Geräte aufladen können. «Die Rekruten müssen also nicht mehr selber meterweise Verlängerungskabel und Mehr-
steckleisten verlegen, um ihre Handys am Leben zu erhalten», sagte Regierungsrat Markus Dieth.