«Guck, da steht ‹Aarau› auf dem Schild. Wir habens geschafft.» Die Turnerinnen des DTV Mettlen atmen erleichtert auf – sie sind am richtigen Ort gelandet. Die Orientierung fällt noch schwer, ganz geheuer ist den Thurgauerinnen die neue Umgebung nicht. Wer mag es ihnen verdenken; immerhin sind sie zum ersten Mal in der Aargauer Kantonshauptstadt.

Den Ostschweizer Dialekt hört man oft an diesem Donnerstagmorgen kurz nach acht Uhr auf dem Bahnhofplatz. Neben den Herren und Damen aus Mettlen ist etwa auch der TV Gais vor Ort. Stolz schwenken die Fahnenträger ihre Vereinsflagge, einige schieben ihre selbst gezimmerten «Soundboxen» aus Holz durch die Pendlerströme. Sie hören laute Techno-Musik oder trällern selbst ein einstudiertes Liedchen. Die Vorfreude auf das zweite Turnfestwochenende, sie ist seh- und hörbar.

Der Ablauf auf dem Bahnhofplatz folgt immer demselben Muster: Von den Gleisen her bahnen sich die Turnvereine ihren Weg über die Rolltreppe auf den Bahnhofplatz. Sind alle Turner versammelt (was einige Zeit dauern kann), drücken sie sich in die Busse Richtung Schachen. Kaum ist eine Handvoll Turnvereine verschwunden, zieht bereits der nächste Schwall durch die gläsernen Bahnhofstüren.

Die Bilder des fünften Wettkampftags am Turnfest

Kein Weg ist fürs Turnfest zu weit

Grosse Menschenmassen bewegen sich während des Turnfests über den Aarauer Bahnhof. Das ist viel zu bewältigen, doch die Logistik funktioniert: «Die Busse sind zwar immer vollgepackt», sagt ein Mitarbeiter der Busbetriebe Aarau. Die Turner verhielten sich aber vorbildlich und unkompliziert. «Es klappt alles wunderbar.»

Freuen dürften sich dieser Tage auch die Cafés im und um den Bahnhof. Die Lokale sind gut besetzt, viele Turnvereine machen es sich nach der Ankunft, wenn auch nur kurz, auf den Stühlen bequem und bestellen eine Kleinigkeit. Neben dem Kiosk beisst gerade ein Turner des Romont-Gym (FR) genüsslich in ein Schokobrötchen.

Turner aus Romont verpflegen sich am Bahnhof.

Turner aus Romont verpflegen sich am Bahnhof.

Aus der Romandie bis nach Aarau ist es ein weiter Weg. Doch fürs Turnfest überqueren einige sogar Ländergrenzen: Eine Gruppe fröhlicher Österreicher ist aus Höchst bei Vorarlberg am Bodensee angereist. Den selbst ernannten «Chaos-Campern» fehlt zwar ein einheitliches Tenue, nicht aber die sportliche Motivation: Sie treten am Barren an und wollen dort «eine gute Falle machen».

Sie hatten wohl den längsten Anreiseweg: Die selbsternannten «Chaos-Camper» kommen aus Höchst im österreichischen Vorarlberg. Am Turnfest wagen sie sich an den Barren.