Schallschutz

Für knapp 730'000 Franken: Aarau zahlt neue Fenster gegen Strassenlärm

In Aarau bekommen einige Gebäude Lärmschutzfenster. Eines ist die Tellistrasse 66 mit der Pizzeria Telli vis-à-vis des Tellizentrums.

In Aarau bekommen einige Gebäude Lärmschutzfenster. Eines ist die Tellistrasse 66 mit der Pizzeria Telli vis-à-vis des Tellizentrums.

729'000 Franken will Aarau für Schallschutzfenster an mehreren privaten Gebäuden hinblättern. 245'000 Franken bezahlt der Bund.

Aarau treibt das Strassenlärmsanierungsprojekt auf Gemeindestrassen voran: 2017 hatte der Einwohnerrat einstimmig einen Verpflichtungskredit von 1,83 Millionen Franken dafür bewilligt. Weil an weniger Gebäuden als angenommen Massnahmen nötig sind, kostet das Vorhaben nun bedeutend weniger. 65 Liegenschaften sollen neue Schallschutzfenster erhalten. 29 Bauten erwiesen sich nach einer eingehenden Prüfung als nicht anspruchsberechtigt oder die Eigentümer haben auf die offerierten Fenster verzichtet.

Die Gesamtkosten des Projekts betragen neu 974'000 Franken, wovon die Stadt 729'000 Franken übernimmt und der Bund den Rest. Dort, wo die Lärmbelastung zwar den Grenzwert überschreitet, aber nicht den Alarmwert, teilen sich die öffentliche Hand und die Hauseigentümer die Kosten je zur Hälfte. Laut dem Projekt werden alle Eigentümer zusammengezählt 485'000 Franken zahlen. Nötig ist die Lärmsanierung wegen den Umwelt- und Lärmschutzverordnungen, die in den 80er-Jahren bundesweit in Kraft traten. Entsprechend sind alle Gebäude, die eine Baubewilligung vor 1985 erhalten hatten, sanierungsberechtigt. In Aarau sind nebst Strassenabschnitten im Altstadtperimeter wie etwa an der Vorderen Vorstadt, der Laurenzenvorstadt, der Kasinostrasse oder dem Rain und Ziegelrain hauptsächlich drei Stellen betroffen: die Feerstrasse beim Naturama, die Ecke beim Gaiskreisel und die Tellistrasse.

Bei den 7.-Tags-Adventisten und den Zeugen Jehovas

An der Feerstrasse wird die Stadt die Hälfte an 22 neuen Schallschutzfenstern an verschiedenen Gebäuden zahlen und dazu noch 50 Prozent der Kosten von 62 bereits von Privaten finanzierten Fenstern zurückerstatten. Knapp 62'000 Franken kostet dieser Abschnitt. Beim Gaiskreisel ist hingegen nur ein Haus betroffen: Dasjenige an der Hinteren Bahnhofstrasse 102, wo die Central-Apotheke drin ist. Dort zahlt die Stadt elf neue Schallschutzfenster vollumfänglich und zwei zur Hälfte für rund 9000 Franken. Weitere 22'000 Franken wird sie an die Hausbesitzer rückerstatten für 21 bereits eingebaute Schallschutzfenster.

Letzter Hotspot ist die Tellistrasse, wo an drei Stellen Schallschutzfenster vorgesehen sind: An den Häusern nahe beim Kreisel Tellirain werden 39 Fenster zur Hälfte von der Stadt bezahlt oder rückerstattet. An der Kreuzung beim Einkaufszentrum, wo die Alarmgrenzwerte beim Lärm überschritten sind, erhalten drei Gebäude 21 neue Fenster von der Stadt, darunter dasjenige der 7.-Tags-Adventisten. Die Wohnüberbauung am Girixweg gegenüber der Einfahrt des Tellicenters erhält noch die Ausgaben für 47 Schallschutzfenster von der Stadt teilrückerstattet. Kostenpunkt an der Ecke insgesamt: rund 58'000 Franken. Zuletzt erhalten die Eigentümer des Gebäudes an der Tellistrasse 114 die Ausgaben für 85 bereits eingebaute Schallschutzfenster für 85'000 Franken voll rückerstattet. Dort sind nebst der Druckerei ISI Print oder dem Bauingenieurbüro Bodmer auch die Zeugen Jehovas eingemietet.

Tempo 30 zeigte bereits Wirkung

Laut Projekt haben die Temporeduktionen rund um die Altstadt bereits nachweislich zur Lärmreduktion beigetragen. Ein lärmarmer Strassenbelag wie bei der Laurenzenvorstadt ist auch für die Tellistrasse vorgesehen. Lärmschutzwände für Einzelbauten seien unverhältnismässig und sind nicht geplant. Das Projekt liegt noch bis nächsten Montag öffentlich auf.

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