Montag und Dienstag ist im Circus Monti Waschtag. Dann bringen alle Artisten und Mitarbeiter ihre Kostüme und Uniformen in den Wäschewagen und Kathrin Widmer wäscht und bügelt, bis alles wieder perfekt ist. «Zu Beginn musste ich jeweils im Programmheft nachschauen, wem was gehört», sagt sie und lacht. Am Montag ist der Zirkus in Aarau angekommen, wo er noch bis Sonntag gastiert.

Tochter in der Circusschule

Schon vor 25 Jahren war Kathrin Widmer für eine Saison beim Monti dabei. Sie freut sich, dass es jetzt nochmals geklappt hat. Das Suhrer Atelier der Schneiderin macht derweil für ein halbes Jahr Pause. Kathrin Widmers 12-jährige Tochter Emma fährt mit, sie besucht mit Zirkussohn Nicola Muntwyler die Circusschule. Als Kostümpflegerin ist Widmer für den Unterhalt und die Reinigung der Gwändli zuständig. Es gibt viel zu flicken. «Ein Artist lässt sich an einer Stange herabgleiten, dabei reisst regelmässig der Ärmel.»

Emma gefällt es beim Zirkus. Doch sie vermisst ihre Kollegen. Und das Büsi. Dafür blickt sie jetzt beim Aufwachen durch das Fenster des Wohnwagens direkt auf das Zirkuszelt. Nach der Schule hilft sie in der Küche, abends am Buffet und verbessert im Gespräch mit amerikanischen Artistinnen ihr Englisch. «Ich kann mir gut vorstellen, wieder einmal eine Tournee mitzumachen», sagt sie.

Die Ferienstimmung, die im Aarauer Schachen zwischen den Wohnwagen aufkommt, trügt. «Hinter allem steckt eine straffe Organisation, sobald wir an einem neuen Ort ankommen, weiss jeder, was zu tun ist», sagt Widmer. Strom und Wasser werden als erstes angeschlossen. Kathrin Widmer und Emma kennen alle 60 Mitreisenden mit Namen. «Wir sind eine grosse Familie.» Abends, nach der Vorstellung, könne man vor einem Wohnwagen zusammensitzen und Zirkusromantik geniessen.