«Zürich hat ihn nicht, Luzern hat ihn nicht, Baden hat ihn nicht, Aarau hat ihn.» Walter Vogts Ansage wurde mit lautem Applaus quittiert. Das sei doch der Beweis, «dass wir einiges richtig gemacht haben», sagte der Moderator, der durch eine dem Wakker-Preis würdige, das heisst «verdichtete», Feier führte.

«Verdichtet voll» war am Samstag auch die Markthalle, die vor zwölf Jahren den Aargauischen Heimatschutz-Preis erhalten hat. Viele Aarauerinnen und Aarauer drängten sich auch vor der Halle, als Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, Stadtpräsidentin Jolanda Urech den Preis offiziell überreichte. «Der Preis zeichnet nicht eine Person aus, der Preis geht an die Bevölkerung», sagte Biéler. Aarau sei eine Stadt mit Tradition und Geschichte, in der viel nachgedacht werde und in der viel Neues entstehe. «Die fortschreitende Zerstörung von Kulturland wird nicht mehr akzeptiert», sagte Biéler und erinnerte an das neue Raumplanungsgesetz, das 2013 angenommenen wurde: Die Gemeinden müssten lernen, mit baulicher Verdichtung umzugehen. Diese werde aber nur akzeptiert, wenn sie sinnvoll und umsichtig geschehe. Dafür brauche es Vorbilder und Anschauungsobjekte wie die Stadt Aarau.

«Ein grosser Tag für Aarau»

Auch Christoph Brun, Präsident der Aargauer Sektion des Heimatschutzes, betonte: Aarau ist ein Beispiel dafür, wie die Prinzipien und Ziele des Heimatschutzes gut umgesetzt werden könnten. Dass die Bevölkerung von Aarau dies mittrage, verdiene besonderen Respekt.

«Ein grosser Tag für Aarau», sagte Stadtpräsidentin Urech, «die Stadt gewinnt die Goldene Palme des Heimatschutzes.» Der Wakker-Preis, dessen Bedeutung in den vergangenen Jahren zugenommen habe, belohne eine kluge, weitsichtige und qualitätsbewusste Entwicklung. «Der Bevölkerung, welche die nachhaltige Stadtplanung mitträgt, wird heute der rote Teppich ausgerollt.» Dass sich die Bevölkerung dessen durchaus bewusst war, bewies der Applaus, der aufbrandete, wenn «Aarau» im Zusammenhang mit dem Preis genannt wurde.

«Charmant wie nes Dorf, so läbig wie ne Grossstadt, das isch Aarau», der Sprechgesang, den vier Rapper und eine Sängerin mit peitschendem Rhythmus in die Mikrofone sprachen, riss restlos alle mit. Das war grosses Kino, wie Moderator Walter Vogt sagte. Die Stadtmusik gab mit der weichen Melodie des Popsongs «A Whiter Shade of Pale» den Klangteppich, während die Rapper die Zuschauer aufforderten: «Mached Lärm!»

Wie denn ein solcher Text entstehe, der notabene rhythmisch präzis auf die unterlegte Musik passte, wollte Walter Vogt wissen. Die Antwort: «Wir sind Aarauer, das geht wie von selbst.»

«Sie haben es gut gemacht»

Felix Fuchs wurde gefragt, wie er sich sein Aarau in 50 Jahren vorstelle. Er wünsche sich, dass die Identität der Quartiere und der Stadt auch dann noch erkennbar sei, sagte der Stadtbaumeister.

Während hinter der Markthalle die Kinder mit Hammer, Nägel und Brettern ihre Stadt weiterbauten, hatte Regierungsrat Urs Hofmann, ein Ur-Aarauer, das letzte Wort: «In Aarau haben Menschen die Stadt gemacht, sie haben sie gut gemacht.»