Die Bijouterie Bolliger hatte ausnahmsweise am Sonntag offen – für eine spezielle Kundschaft. Das «Bestatter»-Team drehte eine Szene für die 7. Staffel. «Ruhe bitte, clear the set please», sagte Chris Niemeyer, der als Regisseur von Snakefilm für den Dreh in der Aarauer Rathausgasse verantwortlich zeichnete. Erst nachdem Ruhe im von Kameras, Scheinwerfen und Blenden überstellten Ladengeschäft eingetreten war, fiel mit «ready und action» der Startschuss.

Zur Szene selbst darf nicht allzu viel verraten werden. Nur so viel: Der Polizeibeamte Reto Doerig (Samuel Streiff) zeigte dem Ladenbesitzer, gespielt von Roland Bonjour, einen Ring, in der Hoffnung, er könne aufgrund der eingeritzten Angaben den Schmuckhersteller eruieren. Was dann kommt, erfährt man im Januar 2019, wenn die Episode 3 der neusten und letzten Staffel des «Bestatters» ausgestrahlt wird.

Als Experte geholfen

Wie war das für das Bolliger-Team, für einmal eine spezielle Kundschaft betreuen zu dürfen? «Eigentlich haben wir die Polizei nicht so gerne im Haus», sagt Inhaber Christian Bolliger schmunzelnd. Doch dies sei beim sympathischen Samuel Streiff in der Rolle des Beamten Reto Doerig ganz anders.

Christian Bolliger und seine Frau Lisa waren denn auch sofort bereit, auf Anfrage von Snakefilm ihre Räumlichkeiten für den Dreh zur Verfügung zu stellen. «Eine Dame vom Fernsehen schaute einmal vorbei, später auch Crew-Mitglieder, um sich vor Ort ein Bild zu machen», erinnert sich Bolliger. «Die Wahl der infrage kommenden Schmuckgeschäfte fiel auf uns, was uns schon ein wenig stolz macht. Zudem freuen wir uns immer, wenn Leben in die Altstadtgassen kommt», sagt Bolliger.

Allerdings seien die Vorbereitungen sowohl fürs Team von Snakefilm als auch für ihn und seine Frau intensiv gewesen. «Am Samstag nach Ladenschluss musste ich das gesamte Schaufenster neu dekorieren, sodass es für den Dreh stimmte», sagt Lisa Bolliger. Auch Bilder mussten entfernt und neue platziert werden. Die Crew ihrerseits sorgte mit einer Holzverschalung an den Bedienungsvitrinen für einen zum Dreh passenden Look. Zudem musste die Beleuchtung angepasst werden. «Der ganze Laden wurde auf den Kopf gestellt», sagt Bolliger lachend. Und – um die Szene bzw. den Dialog zwischen Doerig und dem Ladenbesitzer authentisch zu gestalten, wurde Bolliger im Vorfeld als Schmuck-Experte zugezogen.

Auch im Kurhaus-Hotel Bad Schinznach wurde für den «Bestatter» gedreht –  Blick hinter die Kulissen:

Blick hinter die Kulissen: Szenen der «Bestatter»-Dreharbeiten im Kurhaus-Hotel Bad Schinznach.

Nichts ging kaputt

Am Sonntag um 12 Uhr fuhr dann der Aufnahme-Tross in der Rathausgasse vor. Kameras, Scheinwerfer, Blenden, farbige Folien in Hülle und Fülle und Rollwagen mit Ersatz-Akkus, Kabeln und anderem mehr aus dem Lastwagen geholt. «Ich habe gestaunt, was für ein Aufwand für einen solchen Dreh betrieben wird. Und auch, wie viele Leute es braucht, um eine Szene zu realisieren. Ganz zu schweigen von der Geduld, die alle Beteiligten an den Tag legen, wenn alles wiederholt werden muss.» Christian und Lisa Bolliger waren während des ganzen Drehs anwesend.

«Es war spannend, alles einmal live erleben zu dürfen. Zwischendurch waren wir schon ein wenig auf Nadeln, sorgten uns, dass etwas kaputtgehen könnte.» Doch dem war nicht so. Als das letzte Crewmitglied am Sonntag um 18 Uhr den Schauplatz verliess, war alles wieder in den «alten» Zustand zurückversetzt. Ohne einen einzigen Kratzer. «Wir sind nun gespannt auf die Ausstrahlung des ‹Bestatters›, die ab Januar anläuft», sagen Christian und Lisa Bolliger. Es passiert ja schliesslich nicht alle Tage, dass das eigene Ladenlokal im Rampenlicht steht – wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Die «Bestatter»-Dreharbeiten dauern noch bis Anfang November. Vorgestern waren Mike Müller und Samuel Streiff (r.) im Kurhotel in Bad Schinznach aktiv.

«Der Bestatter» am Maienzug: