Eine Kreisschule Aarau-Buchs empfiehlt denn auch das paritätisch zusammengesetzte Projektteam, das sich seit geraumer Zeit mit dieser Frage beschäftigt. Entschieden ist indessen noch nichts. Das betonten am Informatiosnabend im Schachen-Schulhaus sowohl der Aarauer Stadtrat Lukas Pfisterer als auch Barbara Keusch, seit wenigen Tagen Alt-Gemeinderätin von Buchs. Nach wie vor stünden beide Varianten zur Debatte, sagten sie, die Verbandslösung mit einer grossen Kreisschule, wie sie zwischen Buchs und Rohr seit zehn Jahren besteht, oder der Vertrag, der Einzelheiten der schulischen Zusammenarbeit der beiden Gemeinden regelt bei unabhängigen Schulorganisationen.

In Buchs und Rohr hatten die Info-Veranstaltungen ebenfalls jeweils gegen 70 Personen besucht. Vor allem in Buchs scheint das Thema unter den Nägeln zu brennen. Auch an der Veranstaltung im Schachen-Schulhaus waren einige Buchser. Insgesamt interessierten sich vor allem direkt involvierte Personen, Lehrkräfte oder Schulpflegemitglieder.

Stadtrat Pfisterer rief einmal mehr zur Mitwirkung auf: «Wir wollen Ihre Meinung berücksichtigen.» Fragebogen sind bei der Stadt Aarau oder auf der Gemeindekanzlei Buchs erhältlich und können noch bis Ende Januar eingereicht werden.

Viele ausgefüllte Fragebögen sind noch nicht eingegangen, vielleicht dreissig, wie Barbara Keusch meinte. Viele hätten sich wohl über die freien Tage um Weihnachten und Neujahr mit dem Thema beschäftigt und würden die Bögen erst noch ausfüllen. Die neue Schulorganisation soll ab August 2016 in Funktion sein.

Ähnlich Schulverband Buchs-Rohr

Gemäss der empfohlenen Variante würden Aarau und Buchs eine gemeinsame Schule bilden, über alle Stufen hinweg (Kindergarten, Primarschule und Oberstufe), ähnlich dem bisherigen Verband Kreisschule Buchs-Rohr. Abweichungen gäbe es wohl bei den Zuständigkeiten über die Schulliegenschaften. Sie wären im Eigentum der Stadt beziehungsweise der Gemeinde und würden von der Schule lediglich genutzt. Ein Grund: Die Liegenschaften in der Stadt Aarau haben einen Wert von rund 240 Millionen Franken. Deren Verwaltung, sagte Stadtrat Pfisterer, erfordere viel Know-how. Das Projektteam ist zudem der Meinung, dass der politische Einfluss der Stadt Aarau und der Gemeinde Buchs im Kreisschulrat erhöht werden müsste.

Das Schulangebot soll gleich bleiben. Verzichten will man aber auf eine Zusammenarbeit in den Bereichen Schulsozialarbeit und Fusta (ausserschulische Betreuung). Auch deshalb, weil diese Bereiche in der Stadt Aarau zu den Sozialen Diensten gehören.

In der Diskussion wurde unter anderem die Sorge um die Qualität der Bildung laut. Man zeigte sich auch erstaunt darüber, dass der politischen Stärkung oder der Liegenschaftenfrage so viel Bedeutung beigemessen wird. Detailfragen zu Jugendfest und Maienzug, Musikschulorganisation oder auch Elternbeirat konnten Pfisterer und Keusch in dieser Phase der Entscheidungsfindung nicht beantworten. «Wir kennen die Bedenken und nehmen sie auch ernst», sagte Barbara Keusch gegenüber der az. Vorerst gehe es aber darum, die strategische und organisatorische Ausrichtung der gemeinsamen Schule festzulegen.