Aarau

Frühlingsgefühle im Wildpark: Statt Liebe machen die Steinböcke Radau

Gebärden, Düfte und Hornstösse: So zeigen die Aarauer Steinböcke einander, wer der Chef im Gehege ist.

Gebärden, Düfte und Hornstösse: So zeigen die Aarauer Steinböcke einander, wer der Chef im Gehege ist.

Während wir Menschen im Frühling eher Liebe für unsere Artgenossen empfinden, verspüren Steinböcke Kampfeslust. So momentan zu sehen im Aarauer Wildpark Roggenhausen.

Die Kämpfe sind schon von weit her zu hören. Laut klackt es, wenn Hörner aneinander stossen. Die Aarauer Steinböcke spüren den Frühling.

Hier geht es aber nicht um die Liebe, nein, die Brunft- und Paarungszeit war bereits Ende Jahr.

Was die Besucher des Wildparks Roggenhausen zurzeit beobachten können, sind Rangkämpfe. «Auf spielerische Art und Weise wollen die Böcke herausfinden, wer der Chef ist im Gehege», sagt Wildparkleiter Christoph Fischer.

Mehr, als von blossem Auge zu sehen ist

Das sieht zuweilen gefährlich aus – die Tiere verkeilen ihre mächtigen Hörner ineinander oder stossen sich gegenseitig von den Felsen. Doch Fischer, der bereits 20 Jahre Wildpark-Erfahrung hat, gibt Entwarnung: «Bis jetzt hat sich noch nie ein Tier dabei verletzt.»

Ein Steinbock-Kampf besteht nicht nur aus dem Hörner-Aneinanderstossen – die Tiere machen zahlreiche Gebärden und fixieren ihr Gegenüber mit den Augen.

Ein Steinbock-Kampf besteht nicht nur aus dem Hörner-Aneinanderstossen – die Tiere machen zahlreiche Gebärden und fixieren ihr Gegenüber mit den Augen.

Es passiert aber noch mehr, als die Besucher sehen können. «Neben den Gebärden setzen die Steinböcke Duftstoffe ab, um ihren Rivalen zu imponieren», sagt Fischer. Und ja, ein ganz klein wenig gehe es bei den Kämpfen immer darum, auch den weiblichen Tieren zu imponieren.

Und wer ist jetzt der Chef?

Die frühlingshaften Rivalenkämpfchen sind vor allem im März und April zu sehen. Steinböcke messen sich untereinander das ganze Jahr über auf diese Art, aber nie so oft wie zur Brunftzeit und im Frühling. 

Zwölf Tiere zählt die Aarauer Herde. Da Steinböcke Rudeltiere sind, lassen sich laut Wildparkleiter Fischer problemlos mehrere Böcke miteinander im Gehege halten.

Aber wer ist denn nun der Chef? «Der Älteste», sagt Fischer. Bis er irgendwann zu viele Kämpfe verliert – dann ist es an der Reihe des Zweitältesten, nachzurücken. (smo)

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