Zugs-Drama in Aarau
Freunde finden Leichenteile des verunglückten Lehrlings

Die SBB haben im Nachgang des tödlichen Unglücks im Bahnhof Aarau offenbar geschlampt. Freunde entdeckten am Montagmorgen an der Unfallstelle noch Überreste des am Wochenende verstorbenen 17-jährigen Christian H.

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Riesen-Schock für Rebekka, Stefanie und Tobias: Als die drei Jugendlichen am Montagmorgen am Bahnhof Aarau von ihrem Freund Abschied nehmen wollen und jene Stelle besuchen, wo Christian H. am Samstag von einem Schnellzug erfasst und getötet wurde, machten sie eine grausige Entdeckung: Auf den Geleisen lagen noch Leichenteile.

«Plötzlich habe ich einen Riesen-Fetzen Fleisch gesehen», sagte eine sichtlich schockierte Stefanie gegenüber Tele M1. «Das ist doch ungeheuerlich.»

SBB entschuldigen sich

Doch damit nicht genug: Nachdem die drei Jugendlichen ihren Fund gemeldet hatten, wurden sie vom Reinigungspersonal offenbar vom Bahnhof vertrieben, berichtet der Regionalsender.

Die SBB gestehen derweil Fehler ein. «So etwas darf nicht passieren», sagte Sprecher Roman Marti zu Tele M1. «Wir möchten uns bei den Angehörigen, Freunden und Bekannten in aller Form entschuldigen.»

Christian H. hat offenbar nie viel getrunken

Für die Freunde des tödlich verunglückten Christian H. ist eine Welt zusammengebrochen. «Ich kann das alles nicht glauben», sagte eine der Jugendlichen.

Tele M1 Aktuell

Mehr Informationen zum Zugs-Drama am Bahnhof Aarau gibt es in der Newssendung «Aktuell» des Regionalsenders Tele M1.

Die Sendung wird stündlich wiederholt.

Nicht glauben wollen die Angehörigen und Freunde von Christian H. auch, dass der 17-jährige Lehrling beim Unfall am Samstagabend stark betrunken war, wie die Polizei vermutet. Christian habe nie viel Alkohol konsumiert und sei ein eher schüchterner junger Mann gewesen, heisst es. «Das Ganze passt gar nicht zu Chrigi, wie wir ihn kennen», sagt Stefanie.

«Retter» nicht mehr auf der Intensivstation

Dem 23-Jährigen, der am Samstag noch versucht hat, Christian H. vor dem herannahenden Zug zu retten, geht es derweil etwas besser. Er erlitt mehrere Schädelbrüche, ist aber ausser Lebensgefahr und konnte die Intensivstation verlassen, sagte seine Freundin gegenüber Tele M1.

Der in Biel wohnhafte Mann zog sich die Verletzung am Kopf offenbar zu, nachdem er von der Druckwelle des Schnellzuges weggeschleudert wurde. Er hat angekündigt, sich zu einem späteren Zeitpunkt gegenüber den Medien zum Unfallhergang zu äussern. (bau)