Aarau
Freunde der Aarauer Kadettenmusik in Nöten

Dem Förderverein fehlen Vorstandsmitglieder, er soll auf die Musikschule erweitert werden. Dem Förderverein fehlen Vorstandsmitglieder, er soll auf die Musikschule erweitert werden.

Hermann Rauber
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Die Kadettenmusikanten sollen künftig von einem gemeinsamen Verein mit der Musikschule unterstützt werden

Die Kadettenmusikanten sollen künftig von einem gemeinsamen Verein mit der Musikschule unterstützt werden

Gerry Frei

Auch andere Institutionen des Aarauer Stadtlebens werden zusätzlich von Privaten unterstützt. So das Stadtmuseum Schlössli, die Stadtbibliothek oder der Wildpark Roggenhausen.
Zu den wohltätigen Aarauer Fördervereinen gehören seit 2006 auch die «Freunde der Kadettenmusik». Der Verein hat seither wacker gearbeitet und gespendet, etwa bei der Notenbeschaffung, in Form aktiver Mithilfe bei Anlässen oder einfach durch kleine Motivationsgesten, die von den jungen Musikantinnen und Musikanten sehr geschätzt werden.
Nur noch ein Vorstandsmitglied
Nun steckt der rund 60 Mitglieder zählende Verein aber laut einem Rundschreiben an die Eltern der Angehörigen der Kadettenmusik in «personellen Nöten» und kann seine Aufgaben nur noch auf Sparflamme wahrnehmen. Präsidentin Vreni Aeppli, Ruth Scheurer und Luca Brügger haben den Vorstand verlassen, verblieben ist einzig Christoph Waldmeier.
Dieser sucht nun «diverse Leute für die Mitarbeit im Vorstand und zusätzliche Mitglieder zur Stärkung des Vereins». Im Sinne eines «Worst Case» müsste laut dem Rundschreiben die Auflösung der «Freunde der Kadettenmusik» ins Auge gefasst werden.
So weit soll es aber nicht kommen. Laut Waldmeier möchte man die «Freunde der Kadettenmusik» mit einem noch zu gründenden Verein «Pro Musikschule Aarau» fusionieren und damit auf eine breitere Basis stellen. Dies bestätigt Peter Roschi, der administrative Leiter der Kadettenmusik, der unter anderem auf die tatkräftige Unterstützung von SP-Einwohnerrat Hans Fügli zählen darf.
Neuer Verein soll weiterhelfen
Der neue Verein (Arbeitstitel: «Pro Musikschule Kadettenmusik») soll bereits auf den Beginn des neuen Schuljahres im August 2012 hin starten
und für jedermann offenstehen. Ziel ist es, mit den Mitgliederbeiträgen, aber auch mit personellen Ressourcen «grössere Projekte und Anlässe der Musikschule und der Kadettenmusik wie zum Beispiel die Aufführung eines Musicals oder die Teilnahme an Musikfesten oder anderen Veranstaltungen zu unterstützen und mitzufinanzieren», präzisiert Peter Roschi. Der Vorstand soll nicht mehr wie bei den «Freunden der Kadettenmusik» ausschliesslich durch externe Kräfte besetzt werden, sondern sich auch auf interne Fachleute abstützen.
Der Einsatz dürfte sich lohnen, nicht zuletzt für die 1923 gegründete Kadettenmusik, welche die Auflösung des Kadettenkorpsim Jahr 1972 spielend überlebt hat und im Moment aus 48 Knaben und Mädchen (inklusive Tambouren) besteht. Das Jugendspiel hat hörbare Fortschritte gemacht und präsentiert sich seit dem vergangenen Jahr auch in neuen Uniformen. Für diese Anschaffung hatte der Aarauer Einwohnerrat auf Antrag von Lelia Hunziker (Fraktion Grüne/Jetzt!) im Rahmen des Voranschlags 2011 einen Kredit von 25 000 Franken gesprochen.