Oberentfelden

Freisinnige lassen die Muskeln spielen, greifen andere aber nicht an

Ortsschild Gemeinde Oberentfelden

Freisinnige lassen in Oberentfelden die Muskeln spielen

Ortsschild Gemeinde Oberentfelden

Der FDP-Vorstand hat sich gegen einen gemeinsamen Wahlauftritt mit den andern Parteien entschieden. Die Frage stellt sich: Ist das Ganze Ausdruck eines ernsthaften Zerwürfnisses?

In Oberentfelden ziehen SVP, SP und CVP gemeinsam in die Wahlen vom Herbst. Ursprünglich hätte, wie schon vor vier Jahren, auch die FDP mit an Bord sein sollen, doch es kam anders. Überraschend, schrieben SVP, SP und CVP in einer gemeinsamen Medienmitteilung, habe sich die FDP aus dem überparteilichen Wahlkampf zurückgezogen. Weshalb überraschend?

Man habe das Gespräch gesucht und es sei auch zu zwei gemeinsamen Sitzungen gekommen, sagt dazu Vreni Friker, Präsidentin der SVP Oberentfelden. An der zweiten Sitzung habe die FDP dann verlauten lassen, dass ihr Vorstand entschieden habe, das Boot zu verlassen. «Wir waren enttäuscht, das darf man so sagen», räumt Friker ein. «Aber es ist jetzt so, das muss man so hinnehmen.»

Von einem Entscheid, den man akzeptieren müsse, spricht auch SP-Gemeinderätin Petra Huckele. Nach der Devise «Sachpolitik vor Parteipolitik» hätten sich die andern drei Parteien trotzdem für einen gemeinsamen Auftritt entschieden. Ein solcher, lassen sowohl Friker als auch Huckele durchblicken, sei ihrer Meinung nach eine gute Sache. In der Gemeindepolitik sässen doch alle im gleichen Boot, sagt Huckele. Die Probleme seien für alle dieselben: schlechte Finanzlage, schlechte Sozialhilfequote. Gemeinsam sei es auch einfacher, Kandidierende für Ämter auf kommunaler Ebene zu finden.

Gilt jetzt: «Alle andern gegen die FDP – und umgekehrt?» Friker und Huckele verneinen dies unisono. Die Freisinnigen hätten einfach erklärt, sie wollten «sich selber positionieren». Das bestätigt Harry Knaus, Präsident der FDP Oberentfelden, im Namen des Parteivorstandes: «Der alleinige Wahlauftritt verfolgt das Ziel, die FDP und ihre Exponenten entsprechend für die Wahl zu positionieren.» Es solle keinesfalls der Eindruck entstehen, dass die FDP die andern Kandidaten nicht unterstütze, schiebt Knaus nach. Die FDP setze auf Kontinuität und Fachkompetenz.

Kein weiterer FDP-Kandidat

Ein Alleingang ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn mehr Kandidierende vorhanden sind, als Mandate zu vergeben sind. Bei den Oberentfelder Gemeinderatswahlen ist dies aktuell aber nicht der Fall, wobei die Anmeldefrist erst am 11. August endet. Und auch FDP-Präsident Harry Knaus stellt auf eine entsprechende Frage hin klar: «Die FDP wird keinen weiteren Kandidaten als die bisherigen bekannten Kandidaten – Markus Bircher und Hans-Peter Widmer – zur Wahl vorschlagen.

Soll heissen: Die FDP lässt zwar die Muskeln spielen, Ortsparteien und ihre Kandidierenden für den Gemeinderat nicht an. Für atmosphärische Störungen in der Oberentfelder Parteienlandschaft hat die FDP allerdings im Frühjahr gesorgt – mit ihrem eher unüblichen Angriff auf den amtierenden Gemeindeammann: Als der freisinnige Vizeammann Markus Bircher bekannt gab, dass er Ammann werden wolle, bewog das den bisherigen Amtsträger Markus Werder (SVP) dazu, nach lediglich einer Amtsperiode nicht wieder zur Wahl anzutreten.

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