Seit Jahren träumt die 1854 ins Leben gerufene Minoritätsgemeinde von einem grossen neuen Begegnungszentrum an der Bahnhofstrasse, da wo seit 1874 ihre «Kapelle» steht. Doch nun wirft sie einstweilen das Handtuch.

Wie einer Mitteilung der Stadt zu entnehmen ist, hat die Freikirche mit ihren rund 300 Gottesdienstbesuchern das Vorentscheidgesuch «für den Neubau eines Vereinsgebäudes» zurückgezogen. 2012 hatte das Projekt für einen sechsstöckigen Neubau öffentlich aufgelegen. Nachdem zwei Einsprachen eingegangen waren, wurde es überarbeitet.

Noch im gleichen Jahr lag ein neues, angepasstes Vorentscheidgesuch auf. Seither herrschte Funkstille. Auf Anfrage der AZ hiess es im Herbst 2016 bei der Gemeinde, es gebe nicht nur bautechnische Fragen. Es habe auch Einsprachen gegeben. Und man verfüge bei weitem noch nicht über die nötigen Mittel.

Noch findet man das Baukonto auf der «Mino»-Website, doch der Klick auf «Projekt Bau» bleibt ohne Wirkung. Was nicht heisst, dass die Pläne für immer begraben sind. «Wir haben uns entschieden», heisst es online, «auch die nächsten Jahrzehnte Kirche an der Bahnhofstrasse Aarau zu sein. Wann wir unseren Wunsch realisieren können und die über 150-jährigen Kirchenmauern einem neuen Kirchen-Begegnungszentrum Platz machen werden, ist noch ungewiss.» (uw)