Forstbetriebe
Arbeitsgruppe aufgelöst: Gemeinden geben bei Forstfusion Wyna-Suhre auf

Als der Zusammenschluss der Forstbetriebe Suhr-Buchs mit Gränichen-Unterkulm im Juni von Gränichen abgelehnt wurde, hatte man die Hoffnung, dass es noch zu einem Konsens kommen könnte. Arbeitsgruppenleiterin Carmen Suter sagt nun aber: Es wurden Grundvoraussetzungen abgelehnt, keine Kleinigkeiten.

Daniel Vizentini
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Gränichen und Unterkulm führen ihren Forstbetrieb weiterhin zusammen, ein Zusammenschluss mit Suhr-Buchs wurde vereitelt.

Gränichen und Unterkulm führen ihren Forstbetrieb weiterhin zusammen, ein Zusammenschluss mit Suhr-Buchs wurde vereitelt.

Marcel Siegrist (4.11.2007)

Die Überraschung im Sommer war gross: Die Zusammenlegung der Forstämter Suhr-Buchs und Gränichen-Unterkulm scheiterte an der dritten Hürde. Nachdem Suhr und Unterkulm zugestimmt hatten, lehnten die Gränicher Ortsbürger das Vorhaben überraschend wuchtig ab. Buchs liess darauf gar nicht mehr darüber abstimmen.

Grundsätzlich war die Gränicher Ortsbürgergemeinde einer Zusammenlegung nicht abgeneigt; doch man störte sich an den Konditionen. Gränichen hätte im geplanten Forstbetrieb Wyna-Suhre fast die Hälfte der Waldfläche und damit auch der Finanzierung eingebracht, aber nur einen Viertel der Stimmen erhalten. Zudem wollten die Ortsbürger, dass Gränichen und nicht wie angedacht Suhr das Büro des neuen Forstbetriebs beherbergt.

Die Zentrale des Gränicher Forstbetriebs, unmittelbar vor der Frischbeton Gränichen FBG.

Die Zentrale des Gränicher Forstbetriebs, unmittelbar vor der Frischbeton Gränichen FBG.

Daniel Vizentini (13.10.2020)

Trotz deutlichem Nein wollte Gränichen die Fusion der Forstbetriebe (das Eigentum der Waldflächen und Werkhöfe wäre nicht zusammengelegt worden) nicht direkt bachabschicken, sondern eher einen neuen Vorschlag mit verändertem Mitspracherecht erarbeiten lassen. So, wie vor zehn Jahren, als sich die Forstbetriebe von Gränichen und Unterkulm zusammengetan hatten. Damals war die Beteiligung entsprechend der Waldflächen festgelegt worden: Die Gränicher Ortsbürgergemeinde erhielt 77,6 Prozent, die Unterkulmer 22,4 Prozent.

«Erstaunen und Bedauern» in Suhr, Buchs und Unterkulm

Zu einem neuen Vorschlag wird es aber nicht kommen, jedenfalls nicht in der nächsten Zeit: Die Arbeitsgruppe für dieses Projekt wurde offiziell aufgelöst, teilt Carmen Suter-Frey, Leiterin der Gruppe und Vizegemeindepräsidentin von Suhr, auf Anfrage mit. Als Präsidentin des kantonalen Forstkreises 4 (Bezirke Aarau-Kulm-Zofingen) weiss sie über Forstfusionen Bescheid. Von den 208 eigenständigen Forstbetrieben, die es im Aargau noch vor 60 Jahren gab, sind heute 61 übrig gebliegeben.

«Die Gemeinde- und Ortsbürgervertreter von Buchs, Suhr und Unterkulm haben den Rückweisungsantrag aus Gränichen mit Erstaunen und Bedauern zur Kenntnis genommen», sagt sie. Eine reine Überarbeitung des Projekts, wie in Gränichen gewünscht, sei nicht einfach so ohne weiteres möglich: «Der Rückweisungsantrag weist Grundvoraussetzungen des Gemeindevertrags zurück, keine Details oder Kleinigkeiten», sagt Carmen Suter.

«Dies, nachdem in den Vernehmlassungen der vergangenen zwei Jahre zu keinem in der Rückweisung enthaltenen Punkte eine entsprechende Rückmeldung oder ein Änderungswunsch seitens Gränichen eingegangen waren.»
Herbststimmung im Buchser Wald.

Herbststimmung im Buchser Wald.

Chris Iseli (11.10.2017)

«Austausch mit Synergien ist nach wie vor gegeben»

Es wurde daher beschlossen, das Projekt «ruhen zu lassen und bis auf weiteres keine weiteren Verhandlungen mehr zu führen». Die Forstbetriebe arbeiten wie gehabt selbstständig weiter. In Gränichen wird zum Beispiel seit Mitte Monat eine neue Person als Forstwart:in gesucht. «Der gut nachbarschaftliche Austausch mit möglichen Synergien» sei aber nach wie vor gegeben, sagt Carmen Suter.

Danach gefragt, ob sie Beispiele dafür nennen könnte – ob vielleicht mal ein Fahrzeug ausgeliehen wird oder was das genau heisst –, sagt die künftige Gemeindepräsidentin von Suhr: «Da gibt es immer Mal wieder diverse Bereiche zum Austausch oder Zusammenarbeit und dies mit verschiedenen Nachbarbetrieben.»

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