Verein «Neues Kasernenareal»
Forderung nach ziviler Nutzung des Areals in Aarau: Vor 2030 schwierig

Ein öffentlicher Weg zum Bahnhof Aarau wäre für die Armee «eine massive Änderung», so der Regierungsrat.

Daniel Vizentini
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Das Kasernenareal Aarau soll der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. (Symbolbild)

Das Kasernenareal Aarau soll der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. (Symbolbild)

zvg

Wer heute zu Fuss oder mit dem Fahrrad aus dem Aareraum oder der Telli so schnell und sicher wie möglich zum Bahnhof gelangen will, dem bleibt nicht viel anderes übrig, als einen Bogen um das grosse Kasernenareal zu machen. Dabei wird die Fläche nach dem Weggang der Infanterie nicht mehr so rege genutzt wie früher. Die Armee hatte angekündigt, bis 2030 Teile ihrer Aktivitäten von dort abzuziehen. Sie sei aber daran interessiert, das Areal auch danach weiter zu nutzen. Zuletzt waren die gegen Corona aufgebotenen Sanitätssoldaten dort einquartiert.

Der Verein «Neues Kasernenareal» fordert, dass sich Stadtrat und Kanton beim Bund für eine zivile Nutzung der grossen Landfläche mitten in Aarau starkmacht. Vor allem soll schon vor 2030 ein öffentliches Wegrecht gewährt werden. Co-Präsidentin des Vereins und Grossrätin Silvia Dell’Aquila (SP) reichte Ende Oktober mit fünf weiteren Ratskollegen von SP, Grüne und GLP beim Regierungsrat ein Postulat ein für eine Nord-Süd-Verbindung von der Laurenzenvorstadt in Richtung Bahnhof. Sie schreiben: Eine «Durchwegung» sei heute schon möglich, «die sicherheitstechnisch heiklen Bereiche können abgetrennt werden», der Regierungsrat solle mit dem Bund nach Möglichkeiten dafür suchen.

Antwort der Regierung

In ihrer gestern veröffentlichten Antwort zeigt sich die Aargauer Regierung bereit, auf die Forderung einzugehen. An der schrittweisen Öffnung des Kasernenareals werde «intensiv weitergearbeitet». Sie mahnt aber: Die angesprochene Nord-Süd-Verbindung verlaufe ausgerechnet durch den vom Bund angemieteten Teil des Areals und würde «den Sicherheitsperimeter des Waffenplatzes durchtrennen». Dort fände nebst den Aktivitäten der Armeemusik auch die Belieferung des Areals statt, mit regelmässigem Manövrieren von Lastwagen und Autobussen. «Vor diesem Hintergrund würde eine Öffnung dieser Verbindungsachse für die Armee eine massive Änderung der Art, wie sie das angemietete Areal nutzt, voraussetzen», so der Regierungsrat.

3,2 Hektaren des Kasernenareals gehören dem Kanton, 0,7 dem Bund, 0,8 der Stadt und Privaten. Als Teil des wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkts beim Bahnhof habe es kantonale Bedeutung. Mit der Renovierung der Alten Reithalle nehme die öffentliche Nutzung bereits zu. Für Teilöffnungen vor 2030, wenn der Mietvertrag mit dem Bund ausläuft, sei aber dessen Zustimmung erforderlich. Ein Mobilitätskonzept werde als Nächstes erarbeitet.