Eniwa

Forderung: «Der Kanton soll dieses Haus kaufen»

In den Hauptsitz der früheren IBA sollen Gerichte und Konkursämter einziehen.

In den Hauptsitz der früheren IBA sollen Gerichte und Konkursämter einziehen.

SVP-Grossrat Dani Wehrli fordert die Eniwa auf, zu sagen, was ihr ehemaliger Hauptsitz kosten würde.

Kaufen statt mieten: Seit dem Dezember 2018 hat der Kanton im Bereich der Immobilien diese Strategie. Doch ausgerechnet im Herzen des Verwaltungszentrums in Aarau will er dagegen verstossen und das ehemalige Hauptgebäude der Eniwa (früher IBA) langfristig mieten.

Darüber ist der Küttiger SVP-­Grossrat Dani Wehrli gar nicht glücklich. Als Mitglied der Kommission für Allgemeine Verwaltung ist er für Immobilienfragen höchst sensibilisiert. Dani Wehrli sagt: «Der Kanton müsste die Möglichkeit haben, das Gebäude zu kaufen.» Und: «Die Eniwa sollte ihm ein Angebot machen.»

Der Umbau des Gebäudes wird 13 Mio. Fr. kosten

Die Ausgangslage: Anfang 2018 ist die Eniwa in ihr neues Hauptgebäude an der Industriestrasse Buchs gezogen. Seither braucht sie ihr altehrwürdiges Gebäude beim Turbinenkreisel in Aarau nicht mehr. Es steht leer – bis auf gewisse Zwischennutzungen. Zum Beispiel von Coworking Aarau.

Im letzten August kommunizierte der Regierungsrat, dass er beabsichtigt, das Eniwa-Gebäude für Gerichte und Konkursämter langfristig zu mieten. Es hiess damals, im Haus sei die Schaffung von 94 Arbeitsplätzen, zwei Gerichtssälen sowie weiteren Räumen wie Partei-, Anwalts- und Kindesbefragungszimmer, einer Einstellzelle sowie Einvernahme- und Besprechungsräumen angedacht.

Untergebracht werden sollen neben dem Bezirksgericht Aarau (bisher Kasinostrasse), das Spezialverwaltungsgericht und die Obergerichtsbibliothek. Zudem sollen im ehemaligen Eniwa-Gebäude alle Konkursämter konzentriert werden (bisher in Baden, Brugg und Oberentfelden).

Der Regierungsrat hat einen Projektierungskredit von 1,6 Millionen Franken genehmigt. Insgesamt soll der Mieterausbau, so war im August zu erfahren, gegen 13 Millionen Franken kosten. Die Mietdauer ist – beginnend im 2022 – auf 20 Jahre angelegt. Mit einer Option für weitere 5 Jahre. Die Mietkosten sind nicht bekannt, dürften aber gegen eine Million Franken pro Jahr betragen.

Die Kreditbewilligung durch den Grossen Rat soll 2021 erfolgen. Der Einzug (nach dem Umbau) ist für Anfang 2024 vorgesehen.

Wehrli möchte mit dem Kauf eine echte Langfristlösung

Grossrat Dani Wehrli findet es grundsätzlich gut, an der Oberen Vorstadt eine Gerichtsecke zu machen (das Obergericht ist schon da). Doch er kann nicht verstehen, wieso der Kanton den teuren Innenausbau und die hohen Mietkosten in Kauf nehmen will, ohne wirklich langfristige Sicherheit zu haben.

Konkret: Er schlägt vor, dass der Kanton die Liegenschaft erwirbt  – so wie es in vergleichbarer Situation auch Private tun würden. Für Schreiner Wehrli ist klar: «Man sollte mit dem Zukauf Nägel mit Köpfen machen.»

Ob die Eniwa darauf einsteigen wird? Sie ist aktuell nicht in Geldnot und kommt günstig an Kredite. Zudem hat ihre Mehrheitsaktionärin, die Stadt Aarau (hält 95 Prozent), die Strategie, Immobilien möglichst zu halten, ja nach Möglichkeit sogar zuzukaufen (Walthersburg).

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