Ein Sportlehrer und eine Hausfrau aus Syrien, eine eritreische Krankenschwester, ein libanesischer Gastronom und ein Schweizer Theologe eröffnen eine Imbissbude. Nein, das ist nicht der Beginn eines flachen Witzes, sondern ein Paradebeispiel für Integration.

Markus Zogg (37) hat schon länger ein Herz für Flüchtlinge. Seit dreieinhalb Jahren betreibt der Religionslehrer aus Schafisheim nebenbei und ehrenamtlich das Catering «Al Salam». Dort bereiten Flüchtlinge Spezialitäten aus ihrer Heimat zu. Bereits über 100 Mal wurde «Al Salam» schon gebucht. Zuletzt an der Vernissage der Ausstellung «Flucht» im Aarauer Stadtmuseum. «Wir kochen mal für fünf, mal für 250 Leute», sagt Zogg.

Nun will er expandieren und so noch mehr Flüchtlingen einen Arbeitsplatz geben. «Der Imbiss soll ein Sprungbrett für Flüchtlinge in den Schweizer Arbeitsmarkt und weg von der Sozialhilfe sein. Sie sollen ein Jahr Arbeitserfahrung sammeln und dann mit einem guten Zeugnis im Lebenslauf weitervermittelt werden», sagt Zogg.

Essen mit Wirkung

Am kommenden Montag findet die Neueröffnung des Imbisswagens «Palmyra» statt, den Zogg gemeinsam mit den vier Flüchtlingen  Majida, Lucia Ihab und George betreibt. In Anlehnung an die berühmte antike syrische Oasenstadt Palmyra symbolisiert der Imbiss eine kulinarische Oase in Aarau mit exotischen Gerichten aus Syrien.

Seit Mittwoch steht der Wagen an der Bahnhofsstrasse 30 zwischen Minoritäskirche und Tunnelweg. «Eat with impact», esse mit Wirkung, heisst es darauf auf dem Logo von «Palmyra».

Specials an der Neueröffnung

Der Imbisswagen ist von Montag bis Samstag zwischen 11 und 21 Uhr geöffnet. Serviert werden Falafel und Schawarma, der syrische Kebab. Verfeinert wird das Essen durch drei Dipsaucen. Muhammara, Baba Ganoush und Hummus. «Wir machen lieber wenig, dafür aber richtig gut», sagt Zogg.

Am Eröffnungstag wartet «Palmyra» mit zwei Specials auf. Der syrische Künstler Jango Mousa malt ab 15 Uhr live und verkauft anschliessend seine Bilder. Dazu wird Mokka Matari aus Jemen, der laut Zogg «beste Kaffee der Welt» zubereitet und serviert.

Zogg ist in der Kirchenlandschaft gut vernetzt. Davon profitiert er jetzt. Da er seinen Imbisswagen und die beiden Stehtische auf das private Grundstück der Minoritätsgemeinde Aarau stellen darf, braucht es keine Baubewilligung der Stadt.

Zogg würde «Palmyra» nach der anberaumten Testphase von drei Monaten gerne langfristig etablieren. Sein Blick in die Zukunft ist optimistisch: «Wir haben gute Karten. Der Standort ist nicht nur wegen der Handelsschule gleich nebenan top. Pro Tag passieren mehr als 1000 Leute den Ort.» Dennoch muss sich das Ganze auch rentieren. 1200 Franken Tagesumsatz sind das Ziel. Damit könnte «Palmyra» die Kosten für Anhänger- und Platzmiete, Versicherung, Lohn und Material decken. Gelingt das, könnten in Zukunft noch viele Flüchtlinge das Sprungbrett Imbisswagen nutzen.