Maienzug
«First-Lady» Guignard: Am Maienzug hat sie «den» Aarauer geküsst

Als maienzugungeübte Kantischüler aus Zofingen habe sie an ihrem ersten Maienzug einen aufstrebenden Aarauer geküsst, verriet Festrednerin Annelies Guignard an der traditionellen Morgenfeier im Telliring.

Hubert Keller
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Festrednerin Annelies Guignard: «Der Maienzug sorgt für die Balance zwischen Vergangenheit und Zukunft.» Annika Bütschi

Festrednerin Annelies Guignard: «Der Maienzug sorgt für die Balance zwischen Vergangenheit und Zukunft.» Annika Bütschi

Annika Buetschi / AZ

Und eben dieser junge Aarauer habe ihr Leben später massgeblich verändert, erzählte Annelies Guignard weiter. Er verhalf ihr auch zum gestrigen sympathischen Auftritt, bestimmt doch der Stadtammann, wer an der Morgenfeier die Festrede halten darf.

Annelies Guignard berichtete , wie der «schönste Tag im Jahr» ihr Leben begleitet hat und noch immer begleitet. «Als Bezirkslehrerin marschierte ich mit meinen Klassen im Umzug mit, natürlich ganz in Weiss, mit Blumen im Arm und im Takt der Marschmusik.

Lieb und feierlich zeigten sich meine Schüler und Schülerinnen, so als ob sie kein Wässerchen hätten trüben können.»

20 Bilder
Bilder der Morgenfeier des Maienzugs

Annika Bütschi

Als Mutter hatte sie zwei aufgeregte Kinder für das grosse Fest vorzubereiten: «Das Kränzli zwickte, die Granate wollte nicht halten, mein Mann suchte nach dem Zylinder. Erschöpft stiegen wir endlich alle vier in den übervollen Bus in die Stadt, wo uns der Maienzug sofort in seinen Bann zog.»

Wie schafft es der Maienzug, dass er für die Aarauerinnen und Aarauer der schönste Tag im Jahr ist und bleibt? Annelies Guignard erklärte es so: «Die Tage sind lang. Wärme und Licht prägen das Bild. Die Sonne ist stark.

Viel wichtiger aber ist: Der Maienzug ist eine Tradition, die lebt, sich der Zeit und der Gesellschaft anpasst, ohne sich zu etwas Fremdem verbiegen zu lassen.» Die Tradition bilde die Balance zwischen Stillstehen und Fortschritt und sorge dafür, dass alles fliesse.

«Ein traditionelles Fest lebt nur da, wo Menschen ihr Herzblut vergiessen, wo Emotionen hoch kommen, weil man sich an Vergangenes erinnert, weil man sich wiedersieht und zusammen geniesst, weil man den Augenblick schätzt und weil man Kostbares pflegt und in die Zukunft trägt.»

Die weissen Röcke passten sich der Mode an, seien mal lang, mal kurz, eng oder weit, elegant, lässig oder sportlich, sie seien aber immer weiss.