Aarau

Filmtage im Naturama: Private Geldgeber springen ein

Ein Film nimmt die Zuschauer mit in den kanadischen Banff-Nationalpark. Das Foto zeigt den «Moraine Lake» in Alberta.

Ein Film nimmt die Zuschauer mit in den kanadischen Banff-Nationalpark. Das Foto zeigt den «Moraine Lake» in Alberta.

Die Naturfilmtage Naturama Aarau konnten vorerst mit viel Engagement gerettet werden konnten.

Zum 15. Mal finden am 21. und 22. Januar die Aarauer Naturfilmtage statt. Der Anlass für Erwachsene und Kinder lockt jeweils bis zu 700 Menschen ins Naturama. Sie lassen sich von über 20 Natur- und Tierdokumentarfilmen beeindrucken. Die Filme nehmen ihre Zuschauer mit auf eine Reise mit Schneeeulen, zu den Wetter-Hotspots der Erde, in den kanadischen Banff-Nationalpark oder zu den Giraffen in der Savanne.

Auch Politisches steht auf dem Programm: Zum Beispiel werden «Die neuen Grossgrundbesitzer» in Europa porträtiert, wo Aktienfonds und branchenfremde Unternehmen in Ackerland investieren, das weltweit rar wird. Das Thema Foodwaste kommt im Film «Wastecooking» zum Zug, in welchem der Filmautor durch fünf europäische Länder reist und sich nur davon ernährt, was andere wegwerfen.

Dass der Anlass dieses Jahr wieder stattfinden kann, ist überhaupt nicht selbstverständlich. Bisher wurde er vom Naturama finanziert – doch dieses ist von den kantonalen Sparmassnahmen stark betroffen und wollte deshalb die Trägerschaft für die Naturfilmtage nicht mehr übernehmen. «Abgezeichnet hat sich das schon länger», sagt Peter Kuntner, der die Veranstaltung vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat. «Aber erst im vergangenen September wurde es konkret. Da kam ich ins Schwitzen.»

«Wir haben jetzt mehr Zeit»

Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder, man bläst die Veranstaltung ab. Oder aber, man treibt das Geld innert Kürze auf. Für Kuntner war schnell klar: Irgendwie muss es gehen. Er gründete als neue Trägerschaft die IG Aarauer Naturfilme. «Das Naturama stellt uns zum Glück weiterhin die Räume und die Infrastruktur gratis zur Verfügung.» Das mache etwa einen Drittel des Budgets aus.

Der Rest kommt zum Teil von den Eintritten, aber vieles sind Spenden und Sponsorengelder. Etwa von der IBAarau, die gleich für drei Jahre eine Partnerschaft zugesagt hat. Oder eine Defizitgarantie der städtischen Kulturkommission. Hinzu kommen viele Kleinbeträge von Freunden oder Fans der Naturfilmtage, und natürlich die Eigenleistung der IG. «Wir haben ein treues Stammpublikum, vor allem Familien», sagt Kuntner. «Manche Besucher waren erst fünf Jahre alt, als ich sie das erste Mal bei einer Vorführung gesehen habe – jetzt sind sie fünfzehn und kommen immer noch.»

Die Ausgabe 2017 ist also gesichert. Wie es danach weitergeht, weiss Kuntner nicht. Er ist aber zuversichtlich: «Wir haben jetzt mehr Zeit, um Sponsoren zu suchen.» Einfach wird das aber nicht: «Einige Geldgeber haben mir gesagt, dass sie seit den kantonalen Sparmassnahmen deutlich mehr Anfragen für Sponsorings bekommen.»

Infos und Programm: www.naturama.ch

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