Es geschieht mitten in der Nacht, wenn alle schlafen. Unbekannte bewerfen das Mehrfamilienhaus der Familie Hafner an der Hauptstrasse in Hirschthal mit Esswaren. Nicht nur Eier zerbrachen an Fassade, Storen und Dach. Letzte Woche flogen auch ein Joghurt, Pestosauce, Kartoffeln, Tomaten und Früchte.

Charlotte Hafner (51), die lange Zeit mit ihrem Mann das Restaurant Hirschen betrieb, ist keine zimperliche Frau. Sie nahm die nächtlichen Attacken lange auf die leichte Schulter. «Das sind doch irgendwelche Schnudergofe», sagte sie sich und ihr Mann wischte in mühsamer Arbeit die Fassade wieder sauber.

Eier-Attacke auf Familie Hirschthal

Fiese Eierwerfer

Inserat in der Zeitung

Letzte Woche ist der geduldigen Frau der Kragen geplatzt. Sie schaltete ein Inserat im «Landanzeiger», in dem sie darum bat, künftig ihr Haus zu verschonen. Es nützte nichts. Einige Tage später war die Hausfassade erneut vollgeschmiert. Zum vierten Mal.

Charlotte Hafner zerbricht sich seither den Kopf darüber, warum es immer nur ihr Haus trifft. «Wie haben niemanden etwas zuleide getan», meint sie. Sie sei auch keine, die sich schnell beschwere und mit ihren sieben Mietern im Haus pflege sie ein gutes Verhältnis. Auch diese hätten mit niemanden Streit. Sie glaubt darum nicht, dass die Eier- und Tomatenwerfer eine offene Rechnung begleichen wollen. Trotzdem nehme sie es langsam persönlich.

Nicht rein zufällig

«Jeden Abend gehe ich ins Bett und hoffe, dass nichts passiert», sagt Charlotte Hafner. Am Morgen schaue sie jeweils nach, ob die fiesen Lebensmittelwerfer letzte Nacht wieder zugeschlagen hätten. Letzte Woche machte sie dann bei der Polizei eine Anzeige gegen unbekannt.

Bernhard Graser von der Kantonspolizei kennt solche Fälle von Streitigkeiten unter Nachbarn. «Die wiederholte Verschmutzung deutet daraufhin, dass die Attacken nicht rein zufällig sind», sagt er. Hinweise auf die Täter gebe es aber keine.

Die Hafners rätseln darum weiterhin, wer ihr Haus verschmutzt. Und Sohn Markus (31) wird sich nächstes Wochenende, wie schon in der Woche zuvor auf die Lauer legen. Bewaffnet mit seiner Kamera.