Bezirk Aarau

«Feuerwehrdienst ist sinnvolle Arbeit»

Hauptbereiche der Grundausbildung sind Rettungsdienst und Löschdienst. Foto: Hanny Dorer

Hauptbereiche der Grundausbildung sind Rettungsdienst und Löschdienst. Foto: Hanny Dorer

52 neue Feuerwehrleute lernten die Grundlagen des Feuerwehrhandwerks, davon waren 15 Frauen - eine rekordverdächtige Zahl. Doch insgesamt melden sich immer weniger Leute zum Feuerwehrdienst.

Unter den 52 Teilnehmern am Kurs für neu eingeteilte Feuerwehrleute in Buchs befanden sich nicht weniger als 15 Frauen – «eine rekordverdächtige Zahl», sagt Kurskommandant Martin Tschanz. Er und sein Stellvertreter René Lüscher zeichnen verantwortlich für den vom Bezirksfeuerwehrverband Aarau durchgeführten Kurs, der zwei Tage dauert.

Während an früheren Kursen jeweils 10, manchmal sogar 12 Klassen geführt werden mussten, genügten dieses Jahr 8 Klassen – ein deutliches Zeichen, dass es bei den Rekrutierungen immer mehr harzt. «Es wird immer schwieriger, Leute für den Feuerwehrdienst zu gewinnen», sagt Tschanz. Aus diesem Grunde seien viele Feuerwehren bestandmässig am Minimum, hätten teilweise sogar einen Unterbestand. Umso mehr freut er sich, wie motiviert die diesjährigen Teilnehmer an die Sache herangehen und wie ernsthaft sie sich mit ihrer künftigen Tätigkeit auseinandersetzen.

Nach der Theorie die Praxis

Nach einer theoretischen Einführung, bei denen den Kursteilnehmern das Feuerwehrwesen auf kantonaler Ebene vorgestellt wurde, begannen die praktischen Lektionen.

Das Hauptgewicht lag auf dem Löschdienst und dem Rettungsdienst. Da wurde geübt, wie eine Leiter korrekt gestellt und gesichert wird, wie man einen Verletzten fachgerecht auf einen Schlitten packt oder eine Person mit dem Seil sichert und über die Leiter begleitet.

Beim Löschdienst ging es unter anderem darum, die Funktion eines Tanklöschfahrzeugs kennen zu lernen, eine Leitung korrekt zu erstellen, den Umgang mit dem Schnellangriff zu üben und dabei immer die eigene Sicherheit im Auge zu behalten.

Sich und anderen etwas Gutes tun

Weshalb man sich für den Feuerwehrdienst entscheidet, hat unterschiedliche Gründe. Vor allem aber will man sich und anderen etwas Gutes tun. So etwa Shirin Brucker aus Rheinfelden, die den Einführungskurs aus Termingründen im Bezirk Aarau absolviert. «Ich komme aus Basel, und dort gibt es eine Berufsfeuerwehr. Als ich in den Aargau kam, erhielt ich ein Aufgebot.» Da sie das Feuerwehrhandwerk spannend und die Arbeit sinnvoll findet, hat sie sich entschlossen, mitzumachen. «Die Feuerwehr hat mich schon immer fasziniert», fügt sie hinzu.

Auch André Bieri hat als Neuzuzüger in Hirschthal ein Aufgebot erhalten. «Ich fand das eine gute Sache und ausserdem eine gute Gelegenheit, in der Gemeinde neue Leute kennen zu lernen.» Er hat bereits bei der Aktion «Crime Stop» mitgemacht und mit Kollegen nächtliche Patrouillengänge durchgeführt. Nach Jahren im Ausland will er jetzt etwas für die Gemeinde tun.

Für Remo Huggler aus Buchs ist die Feuerwehr ebenfalls eine Gelegenheit, sich an einem neuen Ort zu integrieren und etwas für die Bevölkerung zu tun. «Das Handwerk ist interessant und ausserdem kann ich hier nicht nur meine Erfahrung aus dem Berufsmilitär einbringen, sondern auch davon profitieren.» Sagts und wendet sich wieder dem Verteilstück zu.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1