Unterentfelden
Fertig lustig mit Gratisparkieren: Ab März ist die Parkkarte Pflicht

Der Beschluss der Gemeindeversammlung ist rechtskräftig: Wer in Unterentfelden regelmässig auf öffentlichem Grund parkiert, muss dafür in die Tasche greifen. Gültig wird das neue Reglement per 1. März.

Katja Schlegel
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Grosse Diskussionen über das Budget 2016 gab es in Unterentfelden nicht. Der Steuerfuss verharrt bei 113 Prozent.

Grosse Diskussionen über das Budget 2016 gab es in Unterentfelden nicht. Der Steuerfuss verharrt bei 113 Prozent.

Katja Schlegel

Fahrzeughalter hatten es bisher gut in Unterentfelden: Auf öffentlichem Grund konnten sie ihre Gefährte jederzeit gratis und franko abstellen. Die Ausgaben für den Bau eines Abstellplatzes oder die Mietkosten für einen Parkplatz konnten sie sich sparen. Die Folgen: Tiefgaragen oder Parkplätze bei Überbauungen blieben ungenutzt, die Quartierstrassen waren verstopft. Doch das ändert sich jetzt definitiv. Der deutliche Entscheid der Gemeindeversammlung für ein Parkierungsreglement von Anfang Dezember ist seit ein paar Tagen rechtskräftig.

Gelten soll das Reglement laut Gemeinderat Max Schmid ab 1. März. Damit muss jeder, der sein Fahrzeug öfter als zwei Mal pro Woche während mehr als vier Stunden auf öffentlichem Grund abstellt, eine Parkkarte lösen und diese hinter der Windschutzscheibe deponieren. Die Parkkarten können ab Mitte Februar bei der Gemeindekanzlei bezogen werden. Mit dieser Lösung können Besucher von auswärts weiterhin gratis parkieren, zur Kasse gebeten werden nur Dauerparkierer.

Ordnung statt grosses Geld

Vom Parkierungsreglement erhofft sich der Gemeinderat nicht das grosse Geld, sondern Fairness und entstopfte Strassen. Deshalb sind die Gebühren auch moderat gehalten: Für ein Fahrzeug bis sechs Meter Länge, also Personenwagen, Motorräder, Lieferwagen und Anhänger, belaufen sich die Gebühren auf 50 Franken pro Monat oder 500 Franken pro Jahr. Bei grösseren Fahrzeugen kostet eine Monatskarte 70 Franken, die Jahreskarte 700 Franken. Ausgestellt wird die Parkkarte nicht auf den Halter, sondern auf die Nummer des Kontrollschildes.

Auf der Gemeindekanzlei treffen bereits die ersten Anfragen ein, ab wann die Parkkarten bezogen werden können. Wie viele Karten schlussendlich ausgestellt werden müssen, ist laut Gemeindeschreiberin Susi Campadelli aber schwer abzuschätzen. Sie rechnet damit, dass die Einführung des Reglements für einen Teil der Fahrzeughalter ausschlaggebend ist, sich nun einen Abstell- oder Tiefgaragenplatz zu mieten. «Vielleicht sind private Parkplätze etwas teurer, aber dafür entfallen die Parkplatzsuche und in einer Tiefgarage im Winter das Scheibenkratzen.» Entsprechend vorsichtig hat der Gemeinderat auch die Einnahmen budgetiert: Einem Ertrag von 20 000 Franken stehen Ausgaben von 10 000 Franken gegenüber.

Plätze sind bekannt

Kontrolliert werden sollen die Dauerparkierer nach dem Zufallsprinzip und stichprobeweise durch die Gemeindeangestellten und Anwohner. «Wir versuchen, die Kontrollen selber durchzuführen, um die Ausgaben möglichst gering zu halten», sagt Campadelli. «Ausserdem kennen wir die prädestinierten Plätze und Strassen ganz genau und wissen, wann und wo wir kontrollieren müssen.» Wer keine Parkkarte gelöst hat und erwischt wird, wird beim ersten Mal von der Gemeinde angeschrieben und auf das Parkierungsreglement aufmerksam gemacht. Wiederholungstäter bekommen es mit der Stadtpolizei zu tun. Die Bussenkompetenz liegt schlussendlich aber beim Gemeinderat. Wie hoch die Bussen angesetzt werden, ist laut Campadelli noch nicht festgelegt.

Ausnahme für Mitarbeiter

Hatte es an der Gemeindeversammlung noch geheissen, Ausnahmen vom neuen Reglement solle es keine geben, hat der Gemeinderat seine strikte Haltung etwas gelockert: Fünf der zwölf festangestellten Gemeindemitarbeiter sollen laut Schmid von der Regelung befreit werden. «Diese Mitarbeiter brauchen ihr Auto für ihre tägliche Arbeit.»