Jetzt ist es soweit. Ab morgen Donnerstag ist Schluss mit Gratisparkieren auf dem Parkplatz Roggenhausen. Die Ortsbürgergemeinde als Eigentümerin setzt nun um, was sie schon vor zwei Jahren beschlossen hat: Sie bewirtschaftet künftig den an der Schönenwerderstrasse gelegenen Parkplatz – und zwar, wie sie in einer Medienmitteilung festhält, ab dem 1. Juni 2017.

Das Parkieren von Fahrzeugen ist auf den markierten Parkfeldern von 8 bis 19 Uhr erlaubt – aber nur gegen eine Gebühr von einem Franken pro Stunde oder fünf Franken für einen ganzen Kalendertag. Die zentrale Parkuhr soll heute Mittwoch installiert werden. Der Parkplatz steht ausschliesslich Besuchern des Wildparks, des Restaurants und des Naherholungsgebiets Roggenhausen zur Verfügung. Bei Widerhandlungen gegen das neue Regime drohen Bussen von bis zu 2000 Franken.

Weniger, aber breitere Parkfelder

Man habe «die Wendemöglichkeit verbessert», heisst es in der Mitteilung der Ortsbürgergemeinde. Und: Mit dem neuen Regime wolle man «die Verkehrssituation beruhigen und wildem Parkieren entgegenwirken». In der Tat herrschten auf dem Parkplatz, der bisher 59 korrekt abgestellten Autos Platz bot, oftmals chaotische Verhältnisse.

Wegen der verbesserten Wendemöglichkeit und der Verbreiterung der Parkfelder stehen künftig nur noch 53 Parkplätze zur Verfügung. Einer davon, das Parkfeld 9 ganz hinten beim Eingang ins Roggenhausentäli, ist als Behindertenparkplatz markiert. Mit der Verbreiterung der Parkfelder trug man den heutigen Bestimmungen und Fahrzeugbreiten Rechnung.

Die Ortsbürgergemeinde zog seinerzeit auch eine Erweiterung des Parkplatzes, sei es auf der Waldseite im Süden, sei es im Bereich der Böschung gegen die Schönenwerderstrasse hin, in Erwägung. Darauf wird nun aber verzichtet. Eine Stützmauer im Norden wäre mit zu hohem Aufwand verbunden gewesen und das Bauen im Wald ist keine so einfache Sache. Man habe deswegen beim Kanton mal angefragt, sagt Projektleiterin Angela Disch. Die Antwort sei aber so ausgefallen, dass man die Ausbaupläne fallengelassen habe.

Keine «Frei-Besetzt»-Anzeige

Ebenfalls verzichtet wird nun «aus technischen Gründen» auf die «Frei-Besetzt»-Anzeige, die den Automobilisten hätte anzeigen sollen, ob es zurzeit überhaupt Sinn macht, in den Parkplatz einzufahren. Die Abklärungen wegen dieser Anzeige waren verantwortlich dafür, dass die Parkplatzbewirtschaftung nicht, wie ursprünglich vorgesehen, noch 2016 gestartet werden konnte.

«Vom Technischen her», sagt nun aber Angela Disch, seien die zur Verfügung stehenden Systeme zu wenig ausgereift. «Wir haben kein System gefunden, das uns für diesen Parkplatz sinnvoll erschien.»

Ursprünglich war angedacht gewesen, die ein- und ausfahrenden Autos an beiden Enden des Parkplatzes mithilfe zweier Schlaufen im Boden zu erfassen. Dann zeigte sich aber, dass die Zufahrten so schmal sind, dass sich die Ein- und Ausfahrtsspuren überschneiden würden. Das wiederum hätte zur Folge gehabt, dass die Sensoren die einzelnen Fahrzeuge nicht eindeutig als ein- oder ausfahrend hätten registrieren können.

Im Dezember letzten Jahres hiess es deshalb bei der Ortsbürgergemeinde, man habe eine andere Lösung gefunden: die Einzelparkplatzerfassung. «Wir werden das nächstes Jahr umsetzen», sagte Projektleiterin Angela Disch damals. Auch daraus wird nun jedoch nichts.

Tiefere Kosten als geplant

Etwas Gutes hat der Verzicht auf die «Frei-Besetzt»-Anzeige: Der für 2016 im Budget der Ortsbürgergemeinde eingestellte Kredit von 68 000 Franken für die Umgestaltung des Parkplatzes wurde, wie die Projektleiterin bestätigt, nicht ausgeschöpft. Genaue Zahlen sind derzeit aber noch nicht erhältlich.