Küttigen
Felbers Werk erzählt von Schicksalen

Der Küttiger Maler Daniel Felber kommt für eine Ausstellung in seine Heimat zurück.

Michael Küng
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Daniel Felber vor seinem neusten Werk

Daniel Felber vor seinem neusten Werk

Aargauer Zeitung

Der 60-jährige Daniel Felber ist wieder zu Hause. In Küttigen ist er einst aufgewachsen, bevor ihn seine Liebe für die Kunst zuerst ins wilde Zürich und schliesslich ins mondäne Basel verschlug. Mit 20 fand er seine neue Heimat, seit vierzig Jahren lebt er nun dort. Doch mit seinem Zuhause blieb er verbunden, letztes Jahr organisierte er eine Ausstellung in Buchs und nun zeigt er seine Gemälde im Küttiger Spittel. Und wenn Felber spricht, verrät einzig das «Jä» seinen Wohnort, seine übrige Aussprache verortet ihn noch heute im Raum Aarau.

Aus Zürich, wo er Kunst studierte, ist er nach nur einem Jahr geflüchtet. Zu wild, aggressiv und düster war ihm die Stimmung in der Punk-Szene, in die er dort geraten war. «Basel war viel ruhiger, die Ausbildung dafür technischer», erinnert sich Felber an seine Anfänge. Noch heute sind beide Facetten in seinem Werk zu sehen. Da gibt es etwa diese wunderschöne Serie dynamischer, leidenschaftlicher Tänzerinnen, die Felber bis vor sieben Jahren gemalt hat.

Die Urelemente der Malerei

Und dann gibt es den technischen Felber, der sich mit Formen und Linien auseinandersetzt. Es ist auch der Felber, der nun im Spittel ausgestellt ist. «Ich spiele mit den Urelementen der Malerei», sagt er. Das ist bei ihm zwar technischer, aber nicht weniger emotional. Eines seiner eindrücklichsten Werke, die im Spittel hängen, heisst «Werden und Vergehen»: Es stellt ein tiefschwarzes Dreieck einem zweiten in sattem, blutigem Rot gegenüber und erzählt von Felbers Kindheit. Damals, als er sich mit zwei Küttiger Buben zoffte und prügelte, auf dem Schulhausplatz, im Wald. Beide ereilte später derselbe tragische Tod. Ein Schicksal beschäftigte den Vater von drei Kindern auch letztes Jahr, als ein naher Freund schwer erkrankte. Unterkriegen lässt sich der Maler aber nicht: Sein jüngstes Werk, es strotzt vor Optimismus. Die Ausstellung im Spittel dauert noch bis 22. November.