Zahlreiche Bahnbenützer ärgerten sich letzten Mittwoch. Nicht weil sie den Zug «wegen eines Brandes in Suhr» verlassen und auf Busse umsteigen mussten, sondern weil sie nachträglich erfuhren, dass es sich beim «Brand» um eine Alarmübung gehandelt hatte.

Tatsächlich fand die diesjährige Alarmübung der Chemiewehr des Kantons Aargau dieses Jahr bei der Firma Emmi in Suhr statt. Die Alarmübungen werden jeweils bei Betrieben durchgeführt, welche der Störfallverordnung unterliegen.

Hauptziel dabei ist die Überprüfung der Alarmkette und der Einsatzpläne, aber auch das richtige Verhalten der Einsatzkräfte im Zusammenhang mit einem Chemieunfall.

«Bahnlinie stromlos machen»

Zum richtigen Verhalten gehörte in diesem Fall auch der Befehl des Einsatzleiters der Feuerwehr, die nahe an der Firma Emmi vorbeiführende Bahnlinie stromlos zu machen. Gleichzeitig sollte die Übungsleitung beim Bahnhof Suhr anrufen und melden, dass es sich um eine Übung handelt.

Die entsprechende Telefonnummer stand im Einsatzplan. Nun ist der Bahnhof Suhr aber nicht mehr besetzt und die Telefonnummer des Einsatzplans nicht mehr gültig.

«Die Meldung wurde deshalb bei den SBB als echter Alarm angeschaut, worauf die Fahrleitung von Luzern aus ausgeschaltet wurde», erklärt Marco Gisi vom SBB Ereignismanagement.

Er erschien kurz nach dem Alarm auf dem «Schadenplatz» und machte anschliessend die Stilllegung wieder rückgängig. Inzwischen waren bereits Busse aufgeboten worden, um die gestrandeten Passagiere weiter zu befördern.

«Das geht allerdings nicht von einer Minute auf die andere, weil die Busbetriebe ja auch zuerst Chauffeure aufbieten müssen», begründet Gisi die halbstündige Wartezeit.

45 Minuten Unterbruch

Der Stromunterbruch dauerte von 18.30 Uhr bis 19.15 Uhr; es fielen also die Züge aus, die um 18.30 Uhr und 19.00 Uhr hätten fahren sollen. Ab 19.30 Uhr fuhren die Züge wieder fahrplanmässig.

«Natürlich ist es für die Passagiere ärgerlich, wenn der Zug plötzlich nicht mehr weiterfährt», sagt Marco Gisi. Anderseits sei es beruhigend zu wissen, dass das Dispositiv der SBB im Ernstfall tadellos funktioniere.

Auch die Übungsleitung der Chemiewehr hat Verständnis für den Ärger der Passagiere. Positiv am Ganzen ist die Tatsache, dass der Fehler bei einer Übung und nicht erst im Ernstfall entdeckt wurde. Inzwischen wurde der Einsatzplan mit den neuen Telefonnummern versehen.