Suhr

FDP tut sich schwer mit Rüetschi-Ersatz

Macht er es? Vizepräsident Marco Genoni gilt als logischer Nachfolger von Beat Rüetschi. Sandra Ardizzone

Macht er es? Vizepräsident Marco Genoni gilt als logischer Nachfolger von Beat Rüetschi. Sandra Ardizzone

Marco Genoni von «Zukunft Suhr» wird am häufigsten als möglicher neuer Gemeindepräsident genannt.

Auch in Suhr wird im Herbst neu gewählt. Und nach dem Rücktritt von Gemeindepräsident Beat Rüetschi (FDP) wird erstmals seit 1998 der höchste Sitz wieder frei. Doch bisher haben sich noch keine Anwärter geoutet. Zeit für die Suche nach möglichen Kandidaten.

Wer sich in Suhr umhört, bekommt immer in etwa dasselbe zu hören: «Das macht doch jetzt sicher der Genoni, oder?» Marco Genoni, seit 2011 Suhrer Vizepräsident, scheint der logische Kandidat zu sein. Der Agronom ist Geschäftsführer der Genossenschaft Milchproduzenten Mittelland (MPM) in Suhr.

Er gehört dem Mitte-links-Verein «Zukunft Suhr» an, gilt aber als gemässigt und auch im bürgerlichen Lager wählbar. Und der Verein «Zukunft Suhr» ist eine dynamische Bewegung, die nach der gewonnenen «Zukunftsraum-Aarau»-Referendumsabstimmung sowieso Oberwasser hat. Mit anderen Worten: Wenn Genoni will, hat er gute Chancen, neuer Suhrer Gemeindepräsident zu werden.

Freisinnige auf Kandidatensuche

Damit würde die FDP das Gemeindepräsidium verlieren. Oder haben die Freisinnigen vor, das Amt zu verteidigen? Jein. «Natürlich würden wir das gerne», sagt FDP-Ortsparteipräsident Urs Zimmermann. Aber: Der zweite freisinnige Gemeinderat, Daniel Rüetschi, trete zwar zur Wiederwahl an, stehe für das Präsidium jedoch nicht zur Verfügung. Zimmermann: «Er ist selbstständigerwerbend. Das Gemeindepräsidium ist mindestens eine 60-Prozent-Stelle. Das geht nicht zusammen.»

Die FDP ist also auf der Suche nach einem Kandidaten, der den zweiten Sitz im Gemeinderat verteidigt oder eventuell sogar aus dem Stand ins Gemeindepräsidium gewählt werden kann. Dieses Kunststück gelang Beat Rüetschi anno 1998. Allerdings müssten die Freisinnigen dazu einen Kandidaten aufstellen, der bereits jetzt einen grossen Bekanntheitsgrad geniesst, genug Zeit mitbringt – und das Format eines Gemeindepräsidenten einer knapp 10 000 Einwohner grossen Gemeinde hat. Momentan ist die FDP mit einer Handvoll potenzieller Kandidaten und Kandidatinnen im Gespräch, sagt Zimmermann. Um wen es sich handelt, will er nicht verraten.

Sicher ist: Eine Rückkehr von Stephan Campi in die Kommunalpolitik ist kein Thema. «Das lässt seine berufliche Belastung als Generalsekretär des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales nicht zu», sagt Zimmermann. Campi wurde 2013 nach zwei Jahren als Gemeinderat wiedergewählt, reichte aber nur wenige Tage später seine Demission ein, weil er die Zusage für den neuen Job bekommen hatte.

Eine Wunschkandidatin wäre Grossrätin Maja Riniker, auch im Vorstand der Ortspartei. Man habe bei ihr diesbezüglich auch angeklopft, sagt Urs Zimmermann. Aber die Betriebsökonomin hat mit ihrem Grossratsmandat und weiteren Tätigkeiten bereits viel zu tun. «Ich sehe relativ kleine Chancen, dass sie sich für eine Gemeinderatskandidatur entscheidet», sagt Zimmermann. Auch er selber ziehe ein Gemeinderatsamt aus beruflichen Gründen nicht in Betracht.

Die FDP möchte bald mögliche Kandidaten präsentieren. Derweil findet der Ortsparteipräsident auch lobende Worte für Marco Genoni, den möglichen Konkurrenten der FDP fürs Gemeindepräsidium: «Es ist kein Geheimnis: Er hört gut zu und ist umgänglich.»

Suter und Baumann unklar

Noch offen ist, ob Gemeinderätin Carmen Suter (parteilos, aber bürgerlich) noch einmal antritt und ob sie gar Ambitionen für das Präsidium hegt. Sie mache diesbezüglich noch keine Angaben, sagt Suter. Thomas Baumann, der zweite Gemeinderat von «Zukunft Suhr», liess eine Anfrage der az unbeantwortet.

Auch die SVP präsentiert noch keine Kandidaten. Unlängst sagte Ortsparteipräsident Flurin Bühlmann gegenüber der az, Ziel sei es, der SVP endlich auch einen Sitz im Suhrer Gemeinderat und in weiteren Gremien zu erobern. Mögliche Anwärter wolle man im März präsentieren.

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