An jeder Generalversammlung des Club 100, der grössten Sponsoren- und Gönnervereinigung des FC Aarau, hält ein Stargast ein Referat. Gestern Abend im Restaurant Schützen an der Reihe: Bernhard Burgener, Medienunternehmer, wohnhaft in Zeiningen und seit Sommer Präsident des FC Basel.

Den für die rund 90 Zuhörer schönsten Satz hat sich Burgener bis zum Schluss aufgespart: «Weil ich dieses Projekt sehr wichtig finde und ich den Einsatz der Leute bewundere, gibt’s von mir 20 000 Franken.» In anderen Worten: Der Präsident des FC Basel spendet 20 000 Franken für das neue FCA-Stadion.

Warum so grosszügig? Burgener gegenüber der «AZ»: «Im kleinen Schweizer Markt müssen die grossen Vereine solidarisch mit den kleineren sein, es braucht alle. Der FC Aarau ist eine schweizweit bekannte Marke, die ich mir mittelfristig wieder als FCB-Gegner in der Super League wünsche. Das ist aber nur mit einem modernen Stadion möglich. Ich wünsche dem Verein und der Gruppe ‹meinstadion.ch› um Michael Hunziker alles Glück der Welt.»

Konventionalstrafe für die HRS?

Das kann Hunziker definitiv gebrauchen. Die Zeit bis zum Ablauf der Baubewilligung im Torfeld Süd Mitte Mai läuft. Die Forderung der «meinstadion.ch»-Initianten, an die sie die Freigabe der Spendengelder knüpfen, ist ein besiegelter Kaufvertrag für das Stadion zwischen der Stadt Aarau – und zwar bis spätestens 30. September 2018. Ansonsten werden alle Spendengelder zurückerstattet.

Nachdem von «meinstadion.ch» zwei Monate praktisch nichts zu hören war, preschten Hunziker und Co. gestern wieder vor. In einer Medienmitteilung fordern sie eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, falls diese das Stadion nicht bauen sollte. Zudem soll die Stadt in diesem Fall ein Kaufrecht für die Stadionparzelle erhalten, um das Stadion selber zu bauen. Im aktuellen Vorvertrag zwischen Stadt und HRS sind keine Sanktionen bei Vertragsbruch festgehalten, zudem läuft dieser Ende 2019 aus.

Die HRS will das Stadion nur gemeinsam mit vier Hochhäusern bauen. Für Hunziker ein Trumpf für die Stadt in den Verhandlungen: «Der Stadtrat bestimmt den Fahrplan für die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Damit verfügt er über einen starken Trumpf in den Verhandlungen. Die Revisionsarbeiten können und sollen eingestellt werden, bis ein neuer Grundstückkaufvertrag besteht – und zwar ein Hauptvertrag.»