Aarau

FC Rohr empört: «Wir werden vom Stadtrat Aarau enteignet»

Der FC Rohr will seine Anlagen nicht der Stadt Aarau abtreten

Der FC Rohr will seine Anlagen nicht der Stadt Aarau abtreten

Der Aarauer Stadtrat will den Sportplatz Winkel in Rohr künftig selber verwalten und hat dem FC Rohr deshalb den Nutzungsvertrag gekündigt. Die Kicker fühlen sich grob gefoult und sprechen von einer «Enteignung».

Es sind klare Worte, die Benjamin Löffel in der Rohrer Quartierzeitung «Sprachrohr» gewählt hat: «Stadtrat beschliesst Enteignung des FC Rohr», schreibt der Präsident des Fussballclubs – und geht mit dem Aarauer Stadtrat hart ins Gericht. Dieser will den Rohrer Sportplatz Winkel neu selber verwalten, wie es bei allen Sportanlagen der Stadt üblich ist. Seit der Fusion zwischen Rohr und Aarau 2010 ist die Stadt Eigentümerin des Fussballplatzes. Der Stadtrat hat deshalb dem FC Rohr den Nutzungsvertrag per März 2014 gekündigt. Pro Spiel muss der FC der Stadt nun neu 20 Franken abliefern.

Stadtrat handelt juristisch korrekt

Das Geld ist nicht Hauptgrund für den Ärger bei den Rohrer Kickern. Die Fussballer fühlen sich grob gefoult. Denn die technischen Anlagen wie Flutlichter, Tore und Abschrankungen waren in den vergangenen rund 40 Jahren vom FC finanziert und in Fronarbeit installiert worden. «Dass nun Aarau den Platz einfach übernehmen will, kommt einer Enteignung gleich», kritisiert Benjamin Löffel. «Wir sind nicht bereit, unser
Vereinseigentum einfach so der Stadt Aarau zu überlassen.»

Juristisch handelt der Stadtrat korrekt: Im Nutzungsvertrag steht klar, dass der FC bei einer Kündigung seine Anlagen auf eigene Kosten und ohne Entschädigung entfernen muss. «Das wäre in Ordnung, wenn die Stadt den Platz anders nutzen würde und wir die Anlagen irgendwo wieder aufbauen könnten», sagt Benjamin Löffel. «Doch Aarau will den Fussballplatz ja weiterhin als solchen nutzen und dafür auch noch Gebühren verlangen. Das stösst uns sauer auf.»

Wird der FC Rohr deshalb seine Anlagen abbauen? Löffel: «Wir hoffen immer noch auf einen Kompromiss mit dem Stadtrat.» Ein entsprechender Vorschlag sei eingereicht worden. Details verrät Löffel nicht.

Stadtrat hält an Kündigung fest

Der Stadtrat reagiert überrascht auf den happigen Vorwurf der «Enteignung»: «Wir haben zwar Verständnis, dass die Kündigung für den FC Rohr nicht einfach ist, da dieser sich stark für den Fussballplatz engagiert», sagt Stadtrat Carlo Mettauer, zuständig für Sport und Kultur. «In Aarau werden aber alle Sportanlagen von der Stadt bewirtschaftet.» Man sei zudem dem FC entgegengekommen: «Wir verzichten darauf, den Rückbau der Anlagen einzufordern.» Der Stadtrat plant, den Fussballplatz zu sanieren und auszubauen.

Die Kündigung werde deshalb nicht zurückgezogen. «Wir sind aber gerne bereit, den FC Rohr bei anderer Gelegenheit zu unterstützen.»

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