In Küttigen sehnt der FC das neue Garderobengebäude samt Klubhaus herbei. Etwa 3 Millionen Franken wolle man dafür ausgeben, hiess es bisher stets vonseiten der Gemeinde. Auch der FC wird sich mit 250 000 Franken beteiligen müssen. Für den Neubau hatte die Gemeinde einen Architekturwettbewerb lanciert. Im Januar 2017, also vor fast genau einem Jahr, wurde das Siegerprojekt vorgestellt: «Halbzeit», entworfen von der «Architekten Gemeinschaft 4 AG».

Seither war vom Projekt nicht mehr viel zu hören. Der notwendige Verpflichtungskredit kam im 2017 nicht an die Wintergmeind, wie ursprünglich angedacht. Im Dorf erzählt man sich nun, weshalb: Das Preisschild am Siegerprojekt sei viel zu hoch. Auf Anfrage der AZ bestätigt Gemeindeammann Tobias Leuthard: «Ja, die ersten Berechnungen der Architekten zeigten Kosten, die aus Sicht des Gemeinderats und des FC bedeutend zu hoch waren.» Wie hoch genau, will Leuthard nicht sagen. Beim Architekturwettbewerb hatte es keine Vorgaben bezüglich Kosten gegeben, nur zum Raumprogramm. Leuthard betont aber, man wolle «mit dem richtigen Augenmass bauen».

Also beauftragte die Gemeinde einen externen Kostenplaner damit, das Projekt noch einmal genau zu prüfen – daher auch die Verzögerungen im Zeitplan. Der Experte analysierte nicht nur das Siegerprojekt «Halbzeit», sondern schaute auch die vier anderen eingereichten Wettbewerbsprojekte nochmals genauer an. Leuthard: «Wir wollen wissen, ob wir wirklich das wirtschaftlichste Projekt ausgewählt habend.» Offenbar hat sich das bestätigt – aber das «Halbzeit»-Gebäude muss trotzdem abgespeckt werden. «Wir haben mittlerweile eine andere Dachlösung gewählt, wodurch einiges eingespart werden kann», so Leuthard. Statt der von den Architekten geplanten Holzkonstruktion setze man nun auf eine betonierte Dachkonstruktion. Auch beim Material könne man noch Kosten reduzieren. Der Kostenrahmen liege bei 3 Millionen Franken plus/minus 10 Prozent – im Moment ist man im oberen Bereich.

Nicht redimensioniert wird bei der Abspeckkur das Raumprogramm (in der Grössenordnung von etwa 4 bis 5 Einfamilienhäusern), das gemeinsam mit dem FC erarbeitet wurde und dessen Bedürfnissen entspricht.

Im Moment laufen also die Arbeiten für das Vorprojekt. Ziel wäre es gewesen, der Sommergmeind 2018 den Kredit beantragen zu können. Aber: «Aufgrund des heutigen Planungsstandes ist es wenig realistisch, dass der Verpflichtungskredit bis zur Sommergmeind vorliegen wird», so Leuthard. «Eine definitive Vorlage müsste vom Gemeinderat Anfang März abgesegnet werden, sodass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger voraussichtlich an der Wintergmeind darüber befinden können.»

Das geplante Gebäude umfasst nicht nur die Garderoben, die für den Spielbetrieb notwendig sind, sondern auch ein Klubhaus mit Küche. Ein solches hat der FC heute schon. Das bestehende Garderobengebäude wurde vor über 40 Jahren gebaut. Die Kapazität reicht für die heutigen Bedürfnisse des FC Küttigen nicht mehr aus, da es rund 10 Mal mehr Mannschaften gibt, als zur Bauzeit.