Schweizer Cup
FC Aarau rechnet sich Chancen aus und wünscht sich ein friedliches Spiel

Der FC Aarau hat mit dem FC St. Gallen ein sportlich attraktives Los für die Cup-Achtelfinals gezogen. FCA-Präsident Alfred Schmid erwartet eine tolle Zuschauerkulisse. Wegen der grossen Rivalität der Fanlager sei es aber ein Hochrisikospiel.

Dean Fuss
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Ausschreitungen im Brügglifeld

Ausschreitungen im Brügglifeld

Keystone

«Wir rechnen uns grosse Chancen aus», sagt FCA-Präsident Alfred Schmid auf den Cup-Achtelfinal vom 8. oder 9. Dezember angesprochen. Er freut sich auf eine tolle Zuschauerkulisse. Trotzdem, die Vorfreude ist nicht ungetrübt: «Das bereitet uns einen grossen Aufwand», spricht Schmid den negativen Begleiteffekt der Affiche gegen den FC St. Gallen.

«Wegen der rivalisierenden Fangruppen ist Aarau gegen St. Gallen ein Hochrisikospiel», sagte Schmid bereits kurz nach der Achtelfinal-Auslosung gegenüber der az. Entsprechend werde der Verein die Vorbereitungen in Absprache mit der Kantonspolizei bald beginnen. «Es ist schon schade für den Fussball, dass diese Affiche nicht friedlich sein kann», so Schmid.

Rivalität wegen Vorfällen in der Vergangenheit

«Thun oder Lausanne wären uns aus Aspekten der Sicherheit lieber gewesen», gibt Schmid zu bedenken. «Sportlich hätten wir gegen diese beiden Gegner eine ähnliche Ausgangslage gehabt, wie gegen St. Gallen.» Die Rivalität zwischen den beiden Fanlagern beruhe auf Vorfällen aus der Vergangenheit. «Aber ich finde es wäre endlich an der Zeit, über diese hinweg zu sehen.»

Wie und wann die Rivalität eskalierte, ist heute schwierig zu eruieren. Die Fans verliehen ihrer gegenseitigen Abneigung aber immer wieder Ausdruck. So wurde der FCA-Mannschaftscar beim Cup-Sechzehntelfinal vom Oktober 2008 in St. Gallen vor dem Stadion durch Schlägereien blockiert. In der Folge verweigerte der damalige St. Galler Trainer Uli Forte einen späteren Matchbeginn, was die Aarauer entsprechend erzürnte.

Auch in den folgenden Jahren kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. Im August 2009 hatten St. Galler Fans nach einem Auswärtsspiel beim FC Luzern ihren Extrazug im Bahnhof Aarau gestoppt und sich mit FCA-Fans in der Bahnhofsstrasse geprügelt. Auch rund um das letzte Meisterschaftsspiel der beiden Klubs gegeneinander im vergangenen Mai kam es in St. Gallen zu diversen Schlägereien und gegenseitigen Provokationen.

Polizei lässt sich vom Cup-Spiel nicht beunruhigen

Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, lässt sich vom bevorstehenden Anlass trotzdem nicht aus der Ruhe bringen: «Es ist so, wie es ist.» Die Polizei könne sich diese Einsätze nicht aussuchen. «Ordnungsdienste wie solche Einsätze rund um ein Fussballspiel sind für unser Korps immer eine grosse Belastung.» Dem Korps fehle das Personal in der Folge an anderen Orten. «Das geht dann leider zu Lasten des Bürgers.»

Zum Einsatzdispositiv will Graser keine Stellung nehmen. «Wir werden das Risikopotenzial zu gegebener Zeit abschätzen und entsprechend im Einsatz stehen.»