«Meinstadion.ch»
FC-Aarau-Präsident Schmid: «Dieses Projekt ist die letzte Chance für das Stadion»

Am Mittwoch haben die Initiatoren von «Meinstadion.ch» dargelegt, wie sie das Aarauer Stadion retten wollen. Das sagen Alfred Schmid, der Präsident des FC Aarau, und andere Protagonisten dazu.

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Alfred Schmid, Präsident des FC Aarau: «Der FC Aarau steht voll und ganz hinter den Initianten.»

Alfred Schmid, Präsident des FC Aarau: «Der FC Aarau steht voll und ganz hinter den Initianten.»

Chris Iseli

Das sagt Alfred Schmid: «Das Scheitern des Stadionbaus wäre das Ende des FC Aarau im Schweizer Spitzenfussball. Wird bis zum 18. Mai 2018 nicht mit dem Bau begonnen, läuft die Ausnahmebewilligung für Profifussball im Brügglifeld ab. Die Tür in die Super League wäre dann auf ewig zu. Der Verbleib in der Challenge League wäre nur möglich mit der sehr teuren Sanierung des Brügglifeld-Stadions. Das lancierte Projekt «meinstadion.ch» ist die letzte Chance, den Stadionbau im Torfeld Süd und somit den Spitzenfussball im Kanton Aargau zu sichern. Der FC Aarau steht voll und ganz hinter den Initianten und bietet jede mögliche Unterstützung.» (wen)

«Bin sicher, dass wir das Feuer erneut entfachen»

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Chris Iseli

Michael Hunziker, Initiant «meinstadion.ch»: «Der FC Aarau befindet sich im Spiel des Lebens – und es läuft die 85. Minute, eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Viele Sponsoren und Gönner sind noch an Bord, weil das neue Stadion immer noch möglich ist. Das derzeitige FCA-Konstrukt inklusive der Nachwuchsabteilung würde ein Scheitern nicht überleben. Doch der FCA ist eine grosse Familie mit vielen Freunden – das war schon 2002 bei der finanziellen Rettung so. Auch damals war die Zeit knapp und auch damals hat sich gezeigt: Geht es um alles oder nichts, ist die Hilfsbereitschaft am grössten. Ich bin sicher, dass wir das Feuer von damals erneut entfachen können.» (wen)

«Zu Weihnachten ein Ticket statt ein Spielzeug»

Benji Zumstein, Fanverantwortlicher FC Aarau AG: «Wir Fans lieben das Brügglifeld und stehen der Kommerzialisierung des Fussballs kritisch gegenüber. Doch jetzt geht es um viel mehr: Es geht darum, ob die Profimannschaft des FC Aarau auch in Zukunft ein Ziel für all die Fussball spielenden Kinder ist. Es geht um die nachfolgenden Generationen von uns Fans. Unsere Kinder und Enkel sollen dereinst wieder glorreiche Zeiten mit dem FC Aarau erleben können. Die Spendenaktion wird in Fankreisen bestimmt auf grosse Resonanz stossen. Weihnachten naht – statt ein neues Spielzeug werden sich viele junge FCA-Fans nun ein Ticket für das Eröffnungsspiel im neuen Stadion wünschen.» (wen)

«Der Breitensport braucht einen starken FC Aarau»

Hans Aemisegger, Aargauischer Fussballverband: «Ohne Breite gibt es keine Spitze. Und umgekehrt gilt das Gleiche: Der Amateurfussball im Kanton Aargau braucht ein starkes Flaggschiff wie den FC Aarau, der den Kanton über den Sport hinaus im Land bekannt macht und den grössten Nachwuchstalenten eine optimale Ausbildung bieten kann. Davon profitieren die Amateurvereine. Der Aargauische Fussballverband steht hinter dem Projekt «meinstadion.ch», weil es von der Basis gestützt ist und die Finanzierung des Stadions auf soliden Beinen steht. Als Präsident des Amateurfussballs will ich mir das Szenario eines Kantons Aargau ohne Spitzenfussball gar nicht erst vorstellen.» (wen)

Lesen Sie auch den Kommentar: Stadion-Crowdfunding: Hallo? Geht's noch? Aufwachen, FC Aarau!Die Impressionen von der Pressekonferenz:

«Meinstadion.ch»-Initiant Michael Hunziker erläutert an der Medienkonferenz, wie man die Finanzierung des neuen Stadion sichern will.
25 Bilder
Die private Initiative setzt dabei auf Crowdfunding.
Auch FCA-Präsident Alfred Schmid (r.) ist im Initiativkomitee, das die «meinstadion.ch»-GmbH gegründet hat.
Bisher war man davon ausgegangen, dass das Stadion (mit Mantel) für 36 Millionen Franken zu haben wäre. Doch es fehlen 14 Mio. Franken.
Weil sich wegen des jahrelangen Rechtsstreits und neuen Auflagen der Swiss Football League Mehrkosten ergaben, geht man nun davon aus, dass das Stadion 50 Mio. Franken kostet.
Unter der Federführung von Michael Hunziker wurde nun ein Plan ausgearbeitet,...
... wie die 14 Mio. Franken zusätzliche Mittel zu beschaffen wären.
Unter anderem sollen 4 Mio. Franken (statt 2) hierbei von Dritten respektive vom FC Aarau kommen.
«Meinstadion.ch» will diese Mittel durch Crowdfunding organisieren.
Der Rest soll aus dem Sport-Toto-Fons des Kantons und mittels eines Bankkredits, aufgenommen durch die Stadion Aarau AG (gehört der Stadt Aarau), gesichert werden.
PK Fussballstadion Torfeld-Süd Aarau
Die Initianten wollen, dass «Plan A» umgesetzt wird (mit Mantelnutzung) oder aber – und das wird bevorzugt – ein «Plan A Minus», bei dem der Mantel des Stadions im Erdgeschoss wegfällt und ein einfaches, funktionales, ebenerdiges Stadion mit Tiefgarage gebaut wird.
Die Ansicht des neuen Fussballstadions von Osten.
Blick hinein: So soll das Stadion innen aussehen. Es soll Platz für 10'000 Zuschauer bieten.
Der Eingang ins Stadiongebäude heisst Stadtloggia
Ansicht von Westen.
Auf dem Torfeld Süd wird das neue Aarauer Fussballstadion gebaut. Bild vom 3. Juni 2016.
Das geplante Stadion und das Parkhaus dazu. Parkhaus an der Florastrasse 5, Rockwell Parkhaus aufgenommen am; 27.02.2015
Das alte Projekt lag 2009 öffentlich auf und wurde dann sistiert.
Das geplante Stadion im Quartier Torfeld-Süd - es wird vom Bahnhof Aarau in nur fünf Minuten erreichbar sein.
Auf dem Areal im Torfeld-Süd, wo das Stadion gebaut wird, fanden schon im November 2015 Abrissarbeiten statt.
Blick auf die Bauarbeiten auf dem Stadion-Areal aus anderer Perspektive. (November 2015)
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

«Meinstadion.ch»-Initiant Michael Hunziker erläutert an der Medienkonferenz, wie man die Finanzierung des neuen Stadion sichern will.

Chris Iseli