Das sind gute Nachrichten für die Eltern im Stadtteil Rohr: Mit der Planung der neuen Gebäude für Kindergarten sowie für familien- und schulergänzende Tagesstrukturen (genannt Fusta) geht es vorwärts. Der Baukredit wird dem Kreisschulrat Buchs-Rohr sowie dem Aarauer Einwohnerrat in den nächsten Wochen vorgelegt. Die nötige Volksabstimmung ist für Ende 2017 geplant. Wenn alles klappt wie vorgesehen, sollen per Schuljahr 2019/20 die neuen Gebäude bezogen werden können.

Einen neuen Kindergarten braucht es, weil die Kindergärtler seit einiger Zeit schon in einem Container-Provisorium unterrichtet werden müssen. Zudem, so die Ratsbotschaft, «entsprechen die Raumverhältnisse im Kindergarten Auenhalle nicht den aktuellen Bedürfnissen». Die geplanten Fusta-Gebäude gehen hingegen auf einen politischen Auftrag zurück: 2011 wurde der Aarauer Stadtrat mittels einer Motion angewiesen, die Einführung von Tagesstrukturen im Stadtteil Rohr an die Hand zu nehmen. Der Bedarf sei «sehr dringend», heisst es in der nun vorliegenden Botschaft für den Baukredit. Rohr soll endlich ein gleichwertiges Fusta-Angebot bekommen wie die übrigen Stadtteile.

Ein- und zweistöckige Gebäude

Geplant sind nun zwei Gebäude nördlich der Sporthalle bei der Schulanlage Aarau-Rohr. Das vorliegende Projekt des Zürcher Planerteams mit Architektin Aita Flury und den Landschaftsarchitekten vom Büro Müller Illien ging 2015 aus einem Architekturwettbewerb hervor. Es heisst – angelehnt an einen Kinderbuch-Klassiker – «Zottel, Zick und Zwerg II».

Im eingeschossigen, länglichen Gebäude wird der Kindergarten untergebracht. Es sind insgesamt drei Abteilungen vorgesehen, der Zugang erfolgt über das Pausenareal der Schulanlage. Der neue Kindergarten ersetzt den bisherigen Kindergarten «Auhalle», auch der Kindergarten «Kirchweg» wird abgebrochen.

Das Fusta-Gebäude ist zweistöckig und vom Grundriss her quadratisch. Im Erdgeschoss hat es Platz für eine Krippe (24 Plätze, 2 Gruppen), im Obergeschoss für einen Hort (24 Plätze). Die Erschliessung ist via Hinterdorfstrasse vorgesehen. Beide Gebäude werden als vorfabrizierte Holzrahmenelementbauten mit einer Holzfassade teilweise mit Schindelverkleidung konzipiert.» Künstler Sven Müller fertigt Halbreliefs aus Holz für die jeweiligen Eingänge.

Energie per Fernwärme

Die Gebäude sollen nach Minergie-Eco-Standard gebaut werden. Auf dem Fusta-Gebäude ist eine Photovoltaik-Anlage geplant. Die IBAarau beabsichtigt, das Gebiet rund ums Schulareal einem Fernwärmeverbund anzuschliessen. «Spätestens ab 2026 wird von der IBAarau ein Anschluss an die KVA Buchs und die Nutzung von deren Abwärme oder der Anschluss an den geplanten Wärme- und Kälteverbund im Telli-Areal angestrebt», heisst es in der Botschaft. Bis dahin sollen die beiden Neubauten dem bestehenden Nahwärmeverbund des Gemeindehauses angehängt werden.

Das Neubauprojekt für Fusta und Kindergarten kostet die Stadt Aarau fast 7,5 Mio. Franken, zusammen mit dem Projektierungskredit belaufen sich die Investitionskosten auf knapp 8,1 Mio. Franken (siehe Text links). «Im Rahmen der Projekterarbeitung wurden diverse Einsparungsmöglichkeiten überprüft und umgesetzt», hält die Botschaft fest. So verzichtet man etwa auf Brandmeldeanlagen, verkleidet die Gebäude mit Fichte statt Lärche und baut nur zwei statt vier Aussengeräteräume. «Trotz Reduktionen im Raumprogramm und der Verzichte bei der Ausstattung handelt es sich bei den beiden Neubauprojekten um Nutzer- und Betreibergerechte Bauwerke», wird betont.

Informationsveranstaltung: Montag, 13.2., 19.30 Uhr, Aula Schulhaus Stäpfli, Stäpflistrasse 18, Aarau Rohr