Unterentfelden

Fast 50 Jahre nach dem Bau: Das Schwimmbad wird wiedereröffnet

Mit dem Entfeldener Bad ist das zweite von vier Hallenbädern im Raum Aarau ist saniert und kann wieder benüützt werden,

Dem Boom der Hallenbad-Bauten vor 50 Jahren folgt nun der Boom der Hallenbad-Sanierungen: Menziken hat sein Bad kürzlich renoviert, in Seon stehen die Arbeiten in der Schlussphase. Und nun wird nach knapp einem halben Jahr Bauzeit das Hallenbad Entfelden wiedereröffnet. Noch in weiter Ferne ist die Sanierung des vierten Hallenbades der Region, der Anlage in der Aarauer Telli.

Augenfällig neu sind in Unterentfelden der Eingangsbereich, das Café und das Schwimmbecken, das zum ersten Mal seit Eröffnung des Bads im Oktober 1971 renoviert wurde. Die Mosaiksteine von früher sind grossen Bodenplatten gewichen.

Anders als in Seon hat man sich in Entfelden gegen eine durchgehende Folie am Beckenboden entschieden, da diese offenbar eine kürzere Lebensdauer hat. Darunter, für den Badegast nicht sichtbar, sind die neuen Wasserabläufe, Düsen und Druckleitungen. Die alten waren teilweise undicht.

Schwimmbad-Leiter und Genossenschaftspräsident Bernhard Bürki und Bauleiter Tobias Stauber führten durch die unterirdischen Gänge neben den 25 Zentimeter dicken Wänden des Schwimmbeckens. Dort befindet sich auch die neue Heizanlage: Nur wegen neuer Vorschriften bezüglich des Luftfilters musste das Schwimmbad Entfelden seine intakte Holz-Öl-Heizung gegen eine neue Holz-Gas-Heizung austauschen, da kein passender Filter für die alte Heizung gefunden werden konnte. Immerhin: Die neue Heizung sollte langfristig effizienter sein, sagt Bernhard Bürki.

Nebst der technischen Sanierung wurde das Sprungbrett ausgetauscht und eine neue Uhr eingebaut. Das Kinderbecken aus der letzten Renovierung Ende der 90er-Jahre wurde grundlegend geputzt.

Allgemein habe man versucht, das bisherige so weit wie möglich wiederzuverwerten: Etwa die metallenen Halterungen, die einfach neu poliert wurden. Neu sind nur die olivfarbenen Geländer.

Die Damengarderobe ist dank einer neuen Wand besser gegen Blicke von aussen geschützt. Die Garderoben an sich wurden aber nicht verändert, da auch diese Ende der 90ern erneuert worden waren. Nur die hölzernen Sitzbalken sind neu, die Schliesskästen wurden von den Badmeistern geschliffen und frisch hellblau gestrichen.

Tragödie von Uster stets im Hinterkopf

Eine weitere augenfällige Veränderung betrifft das Dach: Seit 1985 im Hallenbad in Uster ZH die Decke einstürzte und zwölf Menschen unter sich begrub, wird den Hallenbaddächern grösseres Augenmerk geschenkt. Da in Entfelden die gleiche Deckenkonstruktion wie in Uster steht, wurde das Dach schon nach der Katastrophe verstärkt.

Bei der jetzigen Sanierung sei nun «jedes Teilchen von einem Ingenieurbüro untersucht» und als unbedenklich bewertet worden, sagt Tobias Stauber. Der Zustand der Decke werde künftig in regelmässigen Abständen überprüft. Ersetzt wurden dieses Mal die Schallschutzplatten: Der Raum wirkt heute nicht nur moderner, sondern auch höher.

Die asbestbelasteten Mosaikplättchen in der Schwimmhalle wurden luftdicht abgetragen und, wie im Beckenboden, durch grössere Platten ersetzt. Diese geben dem Bad nun eine modernere Aufmachung, seien zudem rutschfester und sichtbar hygienischer.

Kredite von insgesamt 1,2 Million Franken

Für die aktuelle Sanierung des Hallenbads hatten Ober- und Unterentfelden 2017 Kredite genehmigt von 781 560 respektive 418 440 Franken. Aber über 60 Prozent der Abo-Besitzer stammen gemäss Bernhard Bürki aus anderen Gemeinden. Pünktlich zu Schulbeginn am Montag steht das Bad wieder allen offen. «Dass wir den Zeitrahmen eingehalten haben, macht mich schon noch stolz», sagt der heute pensionierte Ingenieur, der seit 32 Jahren im Schwimmbad Entfelden tätig ist.

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