Aarau
Fast 40 Prozent weniger: Der Betriebsgewinn der IBA brach ein

Dank des Kursfeuerwerks an der Börse sieht die Halbjahresbilanz doch relativ gut aus.

Urs Helbling
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Hans-Kaspar Scherrer, CEO der IBAarau (ab 1. Januar Eniwa)

Hans-Kaspar Scherrer, CEO der IBAarau (ab 1. Januar Eniwa)

Mario Heller

Die IBAarau befindet sich in einer der offensivsten Phasen ihrer Geschichte: Sie investiert in ein neues Bürogebäude mit Werkhof (75 Mio. Fr.), in die Sanierung des Wasserkraftwerkes (110 Mio. Fr.) und in die Fernwärme (100 Mio. Fr.) – und sie gibt für den neuen Namen Eniwa eine Million Franken aus. Gleichzeitig läuft es dem Energie-Dienstleister im Tagesgeschäft nicht nach Wunsch: Auch wenn Halbjahreszahlen nur eine Momentaufnahme sind, so ist die Tendenz doch beunruhigend: Gemäss den gestern veröffentlichten Zahlen erwirtschaftete die IBAarau bis Ende Juni noch ein operatives Ergebnis von 5,9 Millionen Franken – 39 Prozent weniger als im Vorjahr. 2016 waren es 9,7 Millionen Franken und im Jahr davor 9,8 Millionen. «Hauptursache für das tiefere Ergebnis sind höhere Strombeschaffungskosten, sowie eine niedrige Eigenproduktion», schreibt das von Hans-Kaspar Scherrer geleitete Unternehmen.

5,9 Millionen Franken Reingewinn

Kurzfristig ist nicht primär das operative Ergebnis, sondern der Reingewinn von Bedeutung. Und da sieht es für die IBAarau bedeutend besser aus – dank des Kursfeuerwerks an den Börsen im ersten Halbjahr (SMI plus 11 Prozent). Anders als im Vorjahr hat die IBAarau mit ihren Anlagen wieder richtig Geld verdient. «Durch die erfreuliche Performance der Finanzanlagen resultierte ein positives Finanzergebnis», heisst es in der Medienmitteilung. Der Reingewinn liegt mit 5,9 Millionen Franken nur leicht unter dem Vorjahreswert von 6,4 Millionen Franken. Aber markant unter den Werten von 2016 und 2015: 8,6 respektive 9,3 Millionen Franken.

Im ganzen Jahr 2016 hatte die IBAarau einen Reingewinn von 13,1 Millionen Franken erwirtschaftet. Davon wurden rund 6 Millionen Franken an die Aktionäre ausgeschüttet. 95,4 Prozent der Aktien der IBAarau befinden sich im Besitz der Stadt Aarau. Stadtpräsidentin Jolanda Urech ist Verwaltungsratspräsidentin. Die Gewinnentwicklung des Unternehmens ist politisch brisant, kann sich die Stadt doch nur Dividenden auszahlen lassen, wenn auch tatsächlich Geld verdient worden ist.

Laut Medienmitteilung sind die Aussichten für die IBAarau grundsätzlich positiv. Das Unternehmen sei mit seinem «breiten Dienstleistungs- und Produkteangebot sehr gut aufgestellt». Nach einer eher mageren Phase scheint das _Elektroinstallationsgeschäft nun besser zu laufen. Es habe im zweiten Quartal deutlich zugelegt und ein positives Resultat erwirtschaftet, heisst es in der Medienmitteilung. Der erhöhte Preisdruck auf dem Markt sei jedoch weiterhin deutlich spürbar. Darum sind die Aussagen zu den Aussichten des Installationsgeschäftes vergleichsweise vorsichtig: «Die gegenwärtige Auftragslage ist gut und lässt einen positiven Jahresabschluss erwarten.»

Fernwärme besser als erwartet

Zufrieden ist die IBAarau auch mit der Entwicklung der Fernwärme- und Fernkälte-Nachfrage. «Bei den bestehenden Anlagen Kasino und Torfeld entwickelte sich der Absatz dank den in den letzten Monaten angeschlossenen Liegenschaften sehr erfreulich. Der kumulierte Absatz übertraf die Erwartungen», schreibt die IBAarau in der Medienmitteilung.

Wegen der geringen Wassermenge der Aare produzierte das Wasserkraftwerk im ersten Halbjahr 20 Prozent weniger Strom (az vom 24.5.). «Dies führte dazu, dass die zusätzliche Strommenge in den kalten Wintermonaten am Markt zu hohen Preisen beschafft werden musste», so die IBA.