Seit 40 Jahren sendet der Westdeutsche Rundfunk (WDR) jeden Sonntagmorgen «Die Sendung mit der Maus». Die ersten Kinder, die mit «der Maus» aufwuchsen haben längst eigene Kinder. Ein Dutzend der grössten Fans besuchte am Mittwoch die orthopädische Werkstatt «Laufwerk» in Aarau Rohr.

Die Kleinen und Grossen wollten einmal live sehen, «wie etwas gemacht wird». Denn ein fester Bestandteil der «Sendung mit der Maus» sind die «Türen-auf»-Sequenzen, in denen ein Handwerk oder eine Produktion gezeigt wird. Die orthopädische Werkstatt ist die einzige Schweizer Teilnehmerin für einen «Maus»-Sonderbericht des WDR mit 361 Firmen.

Nun einmal live statt am TV

Ann-Kathrin und Thomas Kapschak, die ihre orthopädische Werkstatt im April eröffnet haben, sagten: «Wir schauen die Sendung immer noch jeden Sonntag. Wir haben es uns einfach nie abgewöhnt.» Die beiden stammen aus Deutschland – wie auch Hälfte der Familien, welche gestern am Tag der Deutschen Einheit (Feiertag) zu Besuch kamen. Ein Vater aus Hamburg erinnerte sich begeistert, wie er als Kind die Entstehung und Montage eines Airbusses am Fernsehen miterlebt hat. Nun wolle die Familie einmal live vor Ort Einblick in etwas Neues bekommen.

Maus-Fans zu Besuch beim Orthopädisten in Aarau

Maus-Fans zu Besuch beim Orthopädisten in Aarau

Ann-Kathrin Kapschak erklärte den Kindern zuerst die Gelenke, dann stellten sie Fuss-Gipsabdrücke her und bandagierten eine Hand. Am Schluss konnten sie Rollstuhlfahren üben. «Live ist es intensiver», fand eine Mutter, «und ich glaube, man kann es sich besser merken.»

Erfolgreiches Start-up-Unternehmen

Das «Laufwerk» hat in Aarau bereits Fuss gefasst: Da die Firma Prothesen (Ersatz von Körperteilen) und Orthesen (Unterstützung von Körperteilen) nicht nur verkauft, sondern vor allem individuell anpasst und anfertigt, ergänzt sie das Orthopädie-Geschäft Jamans an der Rathausgasse in Aarau. «Laufwerk» arbeitet bereits mit dem Kantonsspital Aarau, der Schule für Körperbehinderte Zeka und der HPS Baden zusammen. Im rollstuhlgängigen Neubau in den Siebenmatten hat die Firma die nötigen nahen Parkplätze gefunden.

Orthopädie-Techniker müssen nicht nur gute Handwerker sein, sondern absolvieren auch eine fundierte Ausbildung in Anatomie und Pathologie. Es sei deswegen sehr schwierig, Lehrlinge zu finden, sagte Ann-Kathrin Kapschak.