Gedenken

Familie, Firma und Gränichen waren seine Fixpunkte – Adrian Zehnder von Zehnder Group AG 89-jährig verstorben

Adrian Zehnder prägte die Zehnder AG in Gränichen jahrzehntelang massgeblich mit.

Adrian Zehnder prägte die Zehnder AG in Gränichen jahrzehntelang massgeblich mit.

Die Zehnder Group in Gränichen hat sich in mehreren Schritten vom kleinen Familienbetrieb zu einem international tätigen Unternehmen mit 3500 Mitarbeitern und einem Marktführer in der Wärme- und Lüftungstechnik entwickelt. Adrian Zehnder-Widmer prägte eine bedeutende Etappe in der zweiten Hälfte der 125-jährigen Firmengeschichte mit. Als Angehöriger der dritten Familiengeneration trat der 30-jährige HTL-Ingenieur in die damalige Gebrüder Zehnder AG ein und trug 35 Jahre lang in mehreren Funktionen zur erfolgreichen Entwicklung des Konzerns bei.

Am 27. Januar starb er 89-jährig, drei Monate nach dem Tod seiner Gattin Dorothea. Zusammen mit den Angehörigen nahm eine stattliche Trauergemeinde in der Kirche Gränichen von ihm Abschied. Adrian Zehnders Eintritt in das Familienunternehmen, 1961, markierte einen Generationenwechsel und eine Expansion in neue Produkte und andere Länder. Damit nahm die Firma die technischen Herausforderungen und wirtschaftlichen Chancen der einsetzenden Hochkonjunktur wahr – so, wie bereits ihre Gründergeneration den technischen Fortschritt zu nutzen wusste. Die von Jakob Zehnder 1895 eröffnete Reparatur- bude erweiterten seine sechs Söhne zu einer mechanischen Werkstatt und brachten sie nach dem 1. Weltkrieg mit der Herstellung des legendären Zehner-Motorrades «Zehnderli» zum Blühen. Die Wirtschafts- krise der Dreissigerjahre zwang die Zehnders in ein neues Tätigkeitsfeld. Sie begannen mit der Produktion von Heizkörpern, wobei sie die gebräuchlichen schweren Gussradiatoren durch die ersten patentierten Stahlradiatoren in Europa ersetzten.

Er hatte einen wichtigen Anteil am Aufschwung

Nach dem 2. Weltkrieg holte die Konkurrenz auf. Für Zehnder war es höchste Zeit, sich neuen Märkten zuzuwenden. 1963 eröffnete das Unternehmen in Süddeutschland ein Produktionswerk, 1972 wurde die Heizkörperproduktion in Frankreich aufgenommen. Bis in die Gegenwart hinein kamen mehrere Akquisitionen im In- und Ausland dazu. Die Firmenleitung der dritten wie der jetzigen vierten Generation setzte auf Innovation und Diversifikation. Sie brachte neue Produkte auf den Markt: Konvektoren, Heizwände, den einsäuligen Radiator und den Handtuchradiator. Zehnder wurde Marktführer von Sonderheizkörpern.

Weil im wachsenden Unternehmen nur zwei der ursprünglich sechs Familienstämmen als mitarbeitende Aktionäre engagiert waren, wurde sie als Zehnder Holding AG neu strukturiert und einem breiteren Publikum geöffnet. Der Börsengang 1986 war ein Erfolg. Am Aufschwung hatte Adrian Zehnder in der operativen Geschäftsleitung und als Verwaltungsratsmitglied von 1984 bis 2002 wesentlichen Anteil. Er holte sich das Rüstzeug mit dem Maschineningenieur-Studium am damaligen Technikum Burgdorf sowie einem einjährigen Aufenthalt in den USA – die Reise nach Amerika unternahm er mit der frisch angetrauten Gattin per Schiff. Zurück in der Schweiz erwarteten ihn Aufgaben im Familienunternehmen. Die Firma und die Familie mit Sohn und zwei Töchtern waren ihm wichtig.

Pfarrerin Katharina Zellweger charakterisiert Adrian Zehnder als humorvollen, ehrlichen, grosszügigen und sportlichen Menschen sowie als Gränicher Urgestein. Die Trauerfeier für den Verstorbenen wurde mit Orgelspiel und Darbietungen der Jagdhornbläser-Gruppe Freiwild Wiggertal sowie Dankesworten eines Familienmitgliedes aus Uganda umrahmt.

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