Sie ist die berühmteste Einbürgerungskandidatin der Schweiz. Gestern Abend hat es Funda Yilmaz geschafft: Der Buchser Einwohnerrat sagte Ja zu ihrem Einbürgerungsgesuch. Mit 27 Ja zu 8 Nein bei 3 Enthaltungen. Noch im Juni war ihr Gesuch mit 12:20 abgelehnt worden. Dabei ist Funda Yilmaz kein anderer Mensch als noch vor einem halben Jahr.
Etwas selbstbewusster ist sie wohl geworden, nicht mehr ganz so scheu wie früher. Das Einstehen für sich selber, das hat ihr gutgetan. Aber: Sie erfüllt die Einbürgerungskriterien nicht mehr und nicht weniger als bei den Gesprächen mit der Einbürgerungskommission im Frühling. Die Buchser sind einfach klüger geworden und haben ihren Fehler korrigiert, bevor der Regierungsrat einschreiten musste. Ob aus Einsicht oder wegen des öffentlichen Drucks, sei dahingestellt.

Der Fall hat der Gemeinde nicht gutgetan. Und doch hat er eine sinnvolle Debatte angefacht: Wie misst man eigentlich das Schweizer-Sein? Ist Schwingen schweizerischer als Skifahren; muss ein rechter Eidgenosse auswendig wissen, wo er das Frittieröl entsorgt? Und wie fair ist es, dass die Einbürgerungschancen einer Person nicht in jeder Gemeinde gleich sind?

Eindeutige Antworten gibt es keine. Und genau deshalb bleibt vom Fall Funda Yilmaz das laue Gefühl zurück, dass mit unserem Einbürgerungssystem etwas im Argen liegt. Es wäre politisch klug, dieses jetzt zu hinterfragen und zu korrigieren – und nicht zu warten bis zum nächsten Fall Yilmaz.