Nicky Hoheisel
Fall Nicky Hoheisel: Obergericht mildert Strafe für Angeklagten Marcel M. um ein Jahr

Marcel M. tötete Nicky Hoheisel mit einem Faustschlag ins Gesicht, urteilten die Richter 2009. Marcel M. focht das Urteil an. Das Aargauer Obergericht hat heute nun entschieden und die Gefängnisstrafe von fünf auf vier Jahre gemildert.

Christian Bütikofer
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Nicky Hoheisel

Das Aargauer Obergericht hat entschieden: Die Gefängnisstrafe für Marcel M. wird um ein Jahr gemildert - von fünf auf vier Jahre. Die Rückweisung an das Bezirksgericht und die damit verbundene Neuaufrollung des Falles wurde abgelehnt. Ebenso ein erneutes Gutachten.

Was war geschehen?

22. Juli 2007: Der 19-jährige Nicky Hoheisel wird am Abend vor dem Club «Kettenbrücke» in Aarau ins Koma geprügelt. Wenig später stirbt er an einer Hirnblutung im Spital. Nicky Hoheisel und sein Begleiter waren im Club mit Marcel M. aneinandergeraten. Die Sicherheitscrew stellte darauf Nicky Hoheisel vor die Tür. Wenig später trafen Marcel M., Ticiano G. und ein dritter Kollege auf Nicky und seine Begleiter. Der tödliche Streit begann. Laut Ticiano G. schlug der ehemalige Kampfsportler Marcel M. Nicky «mit voller Kraft ins Gesicht». Der Fall sorgte schweizweit für Empörung.

Kollegen Schuld in die Schuhe geschoben

2009 stand Marcel M. vor Gericht: Während dem Prozess versuchte M. seinem Kollegen Ticiano G. die Schuld an Nickys Tod in die Schuhe zu schieben. Das Bezirksgericht Aarau glaubte ihm jedoch nicht und verurteilte ihn zu fünf Jahren Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung, schwerer Körperverletzung und Raufhandels. Der Verteidiger von Marcel M. legte Berufung ein. Er besteht darauf, dass Nicky nicht wegen dem Faustschlag ins Gesicht gestorben war. Die Hirnblutung sei nicht durch die Schlägerei ausgelöst worden. Als Nicky ins Spital eingeliefert wurde, habe er keine Kopfverletzungen gehabt.

Der Fall sollte noch einmal aufgerollt werden

Marcel M.s Anwalt hat den Antrag gestellt, der Fall sei ans Bezirksgericht zurückzuweisen und mit neuen Richtern nochmals zu verhandeln. Dazu brauche es auch ein neues Gutachten zur Todesursache. Für den Verteidiger ist nicht hinreichend klar, ob der Faustschlag die Todesursache für Nicky Hoheisel war. Falls dieser Antrag vom Gericht abgelehnt wird, beantragt die Verteidigung Freispruch.

Weder Marcel M. noch Ticiano G. haben sich bei Nicky Hoheisels Eltern je für den Vorfall entschuldigt.

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