Aarau

Fahrende erhalten doch noch einen richtigen Platz

Bagger befestigen die Wiese, auf welcher die Fahrenden bisher campierten.  Sabine Kuster

Bagger befestigen die Wiese, auf welcher die Fahrenden bisher campierten. Sabine Kuster

Nun wird der Durchgangsplatz für Fahrende im Schachen befestigt. Auch Toiletten und Waschgelegenheiten wurden erstellt. Zudem wird ein Stromanschluss angeboten. Finanziert wird das Projekt vom Kanton. Für den Betrieb ist die Gemeinde zuständig.

Die Bagger sind endlich aufgefahren: Der Sommer-Durchgangsplatz für die Fahrenden im Aarauer Schachen wird saniert. «Sanieren» ist dabei eigentlich nicht das richtige Wort: Die nötigste Infrastruktur wird erst erstellt. In den letzten Jahrzehnten stellten die Fahrenden ihre Wohnwagen einfach auf eine eingezäunte Wiese – nach langem Regen war diese oft nicht mehr benützbar. Auch Strom und Wasser fehlten.

Verzögerte Befestigung

Eigentlich hätte der Platz schon zu Saisonbeginn im Frühling dieses Jahres befestigt werden sollen, doch die Planung verzögerte sich, weil lange Leitungen von der Pferderennbahn her gezogen werden müssen und der Kanton als Baumeister die Veranstaltungen dort im Sommer nicht behindern wollte.

Nun wird im Schachen ein Teil des Platzes asphaltiert – der andere wird mit einem Kiesrasen befestigt. Toiletten, Duschen und Waschgelegenheiten werden installiert und ein Stromgebührenautomat aufgestellt. Damit wird nun umgesetzt, was bereits vor vier Jahren vom Grossen Rat beschlossen wurde: das Konzept für die Sanierung der bestehenden Durchgangsplätze für Fahrende. Der Kanton finanziert die Sanierung der Plätze – für den Betrieb sind die Gemeinden verantwortlich.

Windisch schon saniert

Der Winter-Durchgangsplatz in Windisch wurde bereits saniert und wird nun genutzt: Die oben genannte Infrastruktur ist neu fertiggestellt, wie das Department Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) letzte Woche mitteilte. Dies erleichtert der Gemeindeverwaltung die Bewirtschaftung des Platzes, der seit 1986 besteht.

Drei zusätzliche Durchgangsplätze werden im Aargau noch immer gesucht, doch in den Gemeinden stösst der Kanton auf Widerstand. Im März 2010 hatte der Grosse Rat beschlossen, den Mangel an Halteplätzen für Schweizer Fahrende zu beheben. Das Parlament verankerte gleichzeitig die bestehenden Halteplätze in Aarau, Kaiseraugst, Spreitenbach, Windisch und Zofingen im kantonalen Richtplan. (kus/sda)

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