Aarau
Fahne des Stadtbatallions ausgestellt: Die 57er sind im Rathaus präsent

Die Stadt hat treuhänderisch die Fahne des früheren Stadtbataillons 57 übernommen.

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Stadtrat Lukas Pfisterer (links) übernimmt die Bataillonsfahne von Divisionär aD Paul Müller und Rudolf Velhagen, Leiter der Historischen Sammlung (rechts). H.P.W.

Stadtrat Lukas Pfisterer (links) übernimmt die Bataillonsfahne von Divisionär aD Paul Müller und Rudolf Velhagen, Leiter der Historischen Sammlung (rechts). H.P.W.

Im 4. Stock des Aarauer Rathauses, wo Besucher einen Ausblick auf die Stadt und den Jura haben, ist neu die Fahne des ehemaligen Füsilier-Bataillons 57 ausgestellt. Dieses wurde als Aarauer Stadtbataillon bezeichnet, weil seine Angehörigen aus dem Umfeld des Kantonshauptortes stammten.

Nach der Auflösung der mit dem Aargau eng verbundenen Grenzbrigade 5 (1994) und der Felddivision 5 (2003) gaben die Truppen ihre Feldzeichen der zivilen Behörde zurück. Bevor die Symbole irgendwo verstaubten und ganz vergessen gingen, setzte sich der frühere Regierungs- und Ständerat Thomas Pfisterer für ihre öffentliche Aufbewahrung ein.

Übernahmefeier im Rathaus

So werden die Fahnen der Grenzbrigade im Schweizerischen Militärmuseum in Full und die Fahnen der Felddivision unter der Schirmherrschaft der Historischen Sammlung des Museums Aargau an mehreren Orten in den jeweiligen Rekrutierungsgebieten ausgestellt. Naheliegenderweise ging das Feldzeichen des Füs Bat 57 leihweise an die Stadt Aarau über. Die Übernahme wurde mit einer kleinen Feier im Rathaus gewürdigt. Dabei erinnerten Reto Berli, Präsident der Offiziersgesellschaft Aarau, Divisionär aD Paul Müller, letzter Kommandant der «Fünften», sowie Stadtrat Lukas Pfisterer an die Symbolik der Feldzeichen und die Geschichte des Aarauer Stadtbataillons.

Der Aargau war der erste Kanton, der 1833 für seine Infanterie- und Kavallerie-Verbände Fahnen einführte.

Das Füs Bat 57 entstand durch die Militärreform von 1874, bei der die kantonalen Truppen zur Schweizer Armee vereint und die neu formierten Bataillone vom Genfer- bis zum Bodensee systematisch nummeriert wurden. Die 57er behielten ihre Nummer während ihres ganzen 130-jährigen Bestehens. In dem Verband leisteten Zehntausende Wehrmänner Dienst.

Seine Verbundenheit mit dem Kantonshauptort kam unzählige Male zum Ausdruck, wenn das Bataillon am Ende eines Wiederholungskurses nach einem Defilee auf der Bahnhofstrasse die Fahne vor dem Regierungsgebäude abgab. (H.P.W.)