Gränichen
Extraschicht für das Fest der Könige für 7500 frische Dreikönigskuchen

In der Jowa-Bäckerei wurden allein gestern 7500 Dreikönigskuchen gebacken - dies parallel zur üblichen Produktioin. 15 Arbeiter und Arbeiterinnen absolvieren zur Bewältigung der Herkulesaufgabe eine Extraschicht.

Fabio Baranzini
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Acht Personen setzen am Fliessband die Dreikönigskuchen von Hand zusammen.

Acht Personen setzen am Fliessband die Dreikönigskuchen von Hand zusammen.

Heute ist Dreikönigstag. Da darf natürlich der obligate Dreikönigskuchen nicht fehlen, schliesslich soll ja ein Familienmitglied oder ein Arbeitskollege König werden – zumindest für einen Tag. Doch wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter dem traditionellen Gebäck? Und ist wirklich in jedem Kuchen ein König drin? Ein Besuch bei der Jowa in Gränichen, der schweizweit grössten Bäckerei des Grossverteilers Migros, soll die Antworten liefern.

Acht Personen setzen am Fliessband die Dreikönigskuchen von Hand zusammen.
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Die Schüsseln der Teigmaschinen fassen bis zu 200 Kilogramm Teig.
In Gränichen werden pro Stunde 2000 Dreikönigskuchen hergestellt.

Acht Personen setzen am Fliessband die Dreikönigskuchen von Hand zusammen.

Fabio Baranzini

Obwohl die Temperatur angenehm warm ist, wirkt die Szenerie in der riesigen Fertigungshalle kühl. Das kalte Licht der Neonröhren beleuchtet die riesigen, metallenen Geräte für die grösstenteils automatische Produktion der Backwaren.

40 Meter lange, mehrstöckige Backöfen, Teigmaschinen, deren Schüsseln bis zu 200 Kilogramm Teig fassen, und Fliessbänder, auf denen Hunderte von Gebäcken von einer Station zur nächsten transportiert werden, prägen das Bild. Natürlich dürfen die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht fehlen, denn alles können die Maschinen bei weitem nicht erledigen.

15 Mitarbeiter absolvierten gestern eine Extraschicht. Schliesslich mussten neben den normalen Produkten noch 7500 frische Dreikönigskuchen hergestellt werden, die heute in den Regalen stehen. Seit dem 27. Dezember wurden von Gränichen aus 20 000 frische Dreikönigskuchen an 150 Standorte im Aargau und in Luzern geliefert, wie Standortleiter Ivo Signer erklärt. Weitere 56 000 tiefgekühlte Dreikönigskuchen wurden für die gesamte Deutschschweiz produziert. «Die Tiefgekühlten werden bei uns vor- und an den Verkaufsstandorten frisch aufgebacken. Diese Art der Produktion hat in den letzten Jahren stark zugenommen, denn für die Kunden ist heute nur noch warmes Brot frisch», so Signer. Er läuft entlang dem Fliessband, auf dem pro Stunde 14 000 Teiglein abgewogen und zu Kugeln geformt werden, zu der Stelle, wo aus den Einzelteilen die Dreikönigskuchen gefertigt werden.

König eine sehr wichtige Aufgabe

Je vier Mitarbeiter links und rechts des Fliessbandes positionieren kleine Teigkugeln um das grössere Mittelstück und bestreichen es mit Eigelb. Eine Mitarbeiterin platziert die Könige. «Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, denn der König darf auf keinen Fall fehlen», sagt Signer und fügt an, dass vereinzelt Reklamationen eintreffen, wenn der kleine, weisse Plastikkönig gefehlt hat.

Im nächsten Schritt werden die Gebäcke vom Fliessband genommen und auf Blechen in den Gärraum gefahren, wo sie rund 70 Minuten bleiben. Danach werden sie mit einer Mischung aus Mandeln und Hagelzucker bestreut, 29 Minuten gebacken, auf die Kühlstrecke gebracht und abschliessend verpackt. Auf diese Weise werden in Gränichen pro Stunde 2000 Dreikönigskuchen hergestellt.