Aarau
Externer Gutachter: Keba-Betreiberin hat "wissentlich Recht gebrochen"

Nun liegt das externe Gutachten vor, das die Stadt Aarau zu den Pannen rund um die Keba in Auftrag gegeben hat. Fazit: Die Verantwortlichen hätten das zweite Baugesuch mit den korrekten Betriebszeiten nicht so lange herauszögern sollen. Kritik üben die Gutacher auch an weiteren Punkten.

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Medienkonfernez zur Keba und dem Gutachten dazu.

Medienkonfernez zur Keba und dem Gutachten dazu.

Ueli Wild

Versäumte Betriebszeiten im Baugesuch, plötzliche Schliessung der Anlage, Einsprachen: Wochenlang stand die Keba in den Schlagzeilen. Die Stadt Aarau hatte darauf ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, das beurteilen sollte, was schief lief und welche Lehren zu ziehen seien.

Nun liegt das Gutachten von Rechtsanwalt Luc Humbel aus Brugg vor und wurde an einer Medienkonferenz am Dienstagmorgen vom Stadtrat erläutert.

"Zum Verhängnis geworden" sei den Beteiligten ein Lärmgutachten für die Keba und die Fussballplätze, welches auf der Verwechslung von Betriebs- und Öffnungszeiten fusste, hält der Gutachter gemäss Medienmitteilung fest. Dass die Baudelegation über drei Jahre zugewartet habe, ein zweites Baugesuch mit den "korrekten" Betriebszeiten einzureichen, bewertet der Gutachter als "Versäumnis", schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung.

Der Beitrag von "Tele M1" zum Gutachten:

Im Original, das der az vorliegt, klingt die Kritik im Gutachten dann noch etwas härter: Es sei "unter diesen Umständen überhaupt nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Baudelegation (...) derart lange dieser Pendenz nicht angenommen hat". Zwischen dem Entscheid des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt vom 20. Dezember 2012 bis zur Neueinreichung eines Baugesuchs mit den relevanten Betriebszeiten am 19. Februar 2016 seien mehr als drei Jahre verstrichen.

Die Baudelegation hatte ein zweites Baugesuch zurückgehalten, um den nahenden Baubeginn nicht zu gefährden.

Impressionen aus der Keba in Aarau
18 Bilder
Die Keba wurde Ende November 2016 eröffnet.
1400 Sitz- und Stehplätze: Die totalsanierte Eishalle wirkt sehr hell. Das erste Heimspiel der Argovia Stars fand am 29. November 2016 statt.
Impressionen der neuen Keba Brigitte Zimmermann beginnt im November 2016 ihre elfte Saison als Keba-Kassierin.
Impressionen der neuen Keba Keba-Präsident Heinz Zaugg (l.) und Stadtrat Hanspeter Hilfiker im November, als sie sich auf die Eröffnung freuen.
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba
Impressionen der neuen Keba

Impressionen aus der Keba in Aarau

Zur Erinnerung: Statt der Betriebszeiten, in denen auch Vereinstrainings und Eisfeldpflege enthalten sind (bis 23.30 Uhr), beantragte die Stadt Aarau im ursprünglichen Baugesuch fatalerweise nur die Öffnungszeiten für den öffentlichen Eislauf. Die Öffentlichkeit wurde über das Problem über Jahre nicht informiert.

Problem zu spät an die Hand genommen

Der Stadtrat schreibt weiter: Als "nicht korrekt" habe der Gutachter zudem die Tatsache gewertet, dass die Betreiberin der Keba im Wissen um die nur eingeschränkt rechtskräftig bewilligten Betriebszeiten die Anlage rechtswidrig über die bewilligten Öffnungszeiten hinaus für die Vereine und den Unterhalt offen gehalten habe.

Auch hier drückt sich der Gutachter selber noch etwas dezidierter aus: "Mit diesem Entscheid durch die Betreiberin der Keba wurde wissentlich Recht gebrochen." Das sei "noch weniger nachvollziehbar" als die verzögerte Einreichung des zweiten Baugesuchs.

Die Baudelegation habe sich zu spät mit dem Problem der "korrekten" Betriebszeiten auseinandergesetzt. "Die Pendenz wurde zwar über mehrere Jahre mitgeführt, schlussendlich aber zu spät an die Hand genommen."

Der Stadtrat Aarau übt Selbstkritik: Er bedaure ausdrücklich, dass die Betriebszeiten seitens des Stadtbauamts, in Zusammenarbeit mit der Totalunternehmerin, im Baugesuch falsch eingegeben worden seien.

Eine andere Projektorganisation oder andere Abläufe drängten sich für die Stadt Aarau aus Sicht des Gutachters aber nicht auf. Die gemachten Fehler seien erkannt worden und "nicht der Organisation oder politischen Gegebenheiten geschuldet".

"Aus heutiger Sicht", so schliesst die Stadt Aarau in ihrer Medienmitteilung, hätte die Koordination zwischen Projektgremien, den Behörden und den Einwendern generell noch besser gewährleistet werden können. (az)

"Talk Täglich" zum Keba-Debakel: