Kantonsspital Aarau
Etappensieg für «Krähenbaum»-Schützer: Fällaktion auf unbestimmte Zeit verschoben

Der Verwaltungsrat des Kantonsspitals Aarau hatte entschieden: Die 100-jährige Buche vor dem Haupteingang wird am Freitag um 16 Uhr gefällt. Die Demonstranten liessen aber nicht locker und bildeten eine Menschenkette um den Baum. Bis die Fällaktion abgebrochen wurde.

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Der Termin stand fest: Am Freitag um 16 Uhr fällt die 100-jährige Buche vor dem Kantonsspital Aarau (KSA). So hatte es der Verwaltungsrat des KSA entschieden – trotz vehementem Widerstand, den rund 40 Angestellte leisteten, zuletzt mit einer Demonstration am Donnerstag.

Demo für den "Krähenbaum" beim Kantonsspital Aarau am Freitag, 2. Februar. Die Rotbuche soll gefällt werden, weil sie von den Krähen besetzt wird und dadurch Dreck anfällt und die Krähen für Lärm sorgen.
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 Das Baumfällkommando sollte am Freitagnachmittag, 2. Februar, zum Einsatz kommen und der 100-jährige Baum gefällt werden.
 Doch das Fällen wird von den zahlreichen Demonstranten verhindert.
In der Baumkrone sind deutlich Nester zu sehen.
KSA-Buche darf vorerst weiterleben Etappenerfolg bei den Demonstranten. Der Baum vor dem KSA konnte wegen den vielen Demonstranten nicht gefällt werden. Diese blockierten das Gelände.

Demo für den "Krähenbaum" beim Kantonsspital Aarau am Freitag, 2. Februar. Die Rotbuche soll gefällt werden, weil sie von den Krähen besetzt wird und dadurch Dreck anfällt und die Krähen für Lärm sorgen.

Chris Iseli

Als die Uhr am Freitag dann 16 Uhr anzeigte, stand der Lastwagen bereit, der den Baum abtransportieren sollte. Aber auch die Demonstranten waren wieder da. Sie bildeten eine Menschenkette um den Baum, riefen "der Baum ist schön" und "der Baum macht glücklich".

Die KSA-Mediensprecherin und CEO Robert Rhiner forderten die Demonstranten mehrmals auf, den Baum freizugeben. Vergeblich – die Baum-Schützer blieben unnachgiebig. Schliesslich wurde die Fällaktion für den Moment abgebrochen, weil man die Demonstration nicht gewaltsam beenden wollte. Am Montag wird der Verwaltungsrat das weitere Vorgehen besprechen.

Der Grund für die Diskussionen um den Baum: Er dient rund 80 Rabenkrähen als Zuhause. Seit 50 Jahren übernachten die Tiere zwischen Oktober und März im Geäst – und verursachen viel Lärm und Dreck.

Um der Krähenplage Herr zu werden, griff das KSA vergangenes Jahr zu unkonventionellen Mitteln: Man engagierte eine Tierkommunikatorin. Doch die Krähen liessen sich nicht vertreiben. Nun soll der Baum fallen. Wann und ob überhaupt, ist nach dem heutigen Tag unklar.