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Eskalation im Keba-Debakel: Widerstand zwecklos – ab sofort gilt vorzeitiges Lichterlöschen

Jetzt ist offiziell. Die Kunsteisbahn Aarau kann bis auf weiteres nur noch bis 16.30 Uhr benutzt werden. Dank Ausnahmebewilligungen können der Aargauer Cup der Eiskunstläufer und fünf bis sechs Eishockey-Spiele noch durchgeführt werden.

Urs Helbling
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In der neuen Halle darf nur noch bis 16.30 Uhr Eishockey gespielt werden. (Archivbild)

In der neuen Halle darf nur noch bis 16.30 Uhr Eishockey gespielt werden. (Archivbild)

Ab sofort muss die 20,7 Millionen Franken teure Anlage um 16.30 Uhr geschlossen werden. Die Beschwerde des Keba-Verwaltungsrates ist vom Kanton abgelehnt worden – und das überraschend rasch. Am Donnerstagnachmittag beschloss der Keba-Verwaltungsrat, auf einen Weiterzug des Entscheids ans Verwaltungsgericht zu verzichten. Dieser hätte kaum Erfolgschancen gehabt, wie an einer improvisierten Medienkonferenz der Halle auf dem Brügglifeld erklärt wurde.

Damit die mit grossen Aufwand vorbereiteten Anlässe doch noch durchgeführt werden können, hat die Standortgemeinde Suhr Sonderbewilligungen in Aussicht gestellt. Für das Saison-Highlight der Eiskunstläufer, den Aargauer Cup am kommenden Wochenende, liegt die Bewilligung bereits vor.

Die "Argovia Stars"-Hockeyaner bangen um ihre Zukunft. „Wenn wir in den nächsten fünf bis sechs Wochen nicht Lösungen finden, werden wir von der Bildfläche verschwinden“, erklärte Sportchef Heinz Leuenberger. Schon Ende April müssen die Teams für die neue Saison gemeldet werden.

Rasche – und erfolgreiche - Verhandlungen mit den Einsprechern sind also dringend nötig. Ein erster Entscheid über das Baugesuch mit den verlängerten Öffnungszeiten könnte schon im März fallen. „Aus heutiger Sicht werden wir das Gesuch bewilligen“, erklärte Gemeindepräsident Beat Rüetschi. Dieser Entscheid kann dann weitergezogen werden – theoretisch bis vor Bundesgericht. Das würde ein jahrelanges vorzeitiges Lichterlöschen im Sportkomplex bedeuten.

Die Vorgeschichte: Bei der Formulierung des ersten Baugesuches für die Totalsanierung der Keba ist der Stadt Aarau und dem Totalunternehmer Priora ein Fehler unterlaufen. Als Betriebszeit wurden die Zeiten des öffentlichen Eislaufes eingetragen (bis 16.30 Uhr). Mit einem zweiten Baugesuch versuchten die Behörden im März 2016 ihr Versäumnis auszubügeln. Aber dagegen gingen rund 100 Einsprachen ein. Diese sind noch nicht behandelt.

Ende November wurde die Anlage eröffnet - und so betrieben, wie es im zweiten Baugesuch vorgesehen wäre (Betriebszeiten bis am späten Abend). Das passte den Einsprechern nicht: Sie machten so viel Druck auf die Keba-Standortgemeinde Suhr, dass diese handeln musste. Der Gemeinderat Suhr verfügte die Einhaltung der ersten Baubewilligung (Betriebsschluss 16.30 Uhr) und er entzog seiner Verfügung die aufschiebende Wirkung.

Gegen Letzteres reichte die Keba beim kantonalen Baudepartement Beschwerde ein. Dieses hat nun ­- in einem Zwischenentscheid - die Suhrer Verfügung gestützt (keine aufschiebende Wirkung). Darum muss der Betrieb auf der Keba ab sofort um 16.30 Uhr eingestellt werden. So lange, bis allenfalls das zweite Baugesuch (verlängerte Öffnungszeiten) rechtsgültig bewilligt ist.

Stadtrat Hanspeter Hilfiker gibt im Interview mit der az Fehler zu und hofft auf Kompromissbereitschaft der Einsprecher.

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