Das Projekt mit den vier Hochhäusern ist auf den ersten Blick ein grosser Wurf. Ein neues Quartier in der «Telli»-Klasse («Staumauern»). Die gestern vorgestellten Pläne haben aber einen Makel: der ehrgeizige, wohl unrealistische Zeitplan. All die juristischen Verfahren, all die politischen Prozesse werden nicht innerhalb von weniger als zwei Jahren (geplanter Baustart Herbst 2019) durchzuziehen sein – auch nicht mit dem Druckmittel Stadion.

Eine rasche Realisierung der Fussballarena ist wahrscheinlicher, wenn die Stadion- von der Hochhausfrage entkoppelt wird. Wenn die städtebauliche Diskussion unabhängig von der Sachvorlage geführt wird. Wenn der FC Aarau nicht darauf warten muss, bis sich die Aarauer einig sind, ob im Torfeld Süd Wohntürme gebaut werden sollen.

Dafür braucht es alternative Finanzierungsmodelle. Die HRS soll mit dem Stadionbau beginnen können, bevor die Hochhäuser baubewilligt sind. Dafür muss die Querfinanzierung bevorschusst werden. Etwa mit einem Bankkredit, wie das die Gruppe «meinstadion.ch» vorschlägt. Weil die Stadt für diesen Kredit bürgen muss, wird eine weitere Volksabstimmung unumgänglich sein.

Die Voraussetzung für eine alternative Finanzierung wäre allerdings, dass die HRS endlich offenlegt, wie viel das Stadion wirklich kosten wird. Gestern wurde lediglich der Eindruck erweckt, es seien weit über 50 Millionen Franken. Auf dieser Basis ist eine weitere Diskussion nicht möglich. Die bittere Konsequenz: Es wird noch Jahre gehen, bis das Stadion kommt.