Buchs

«Es ist keine fertige Planung» – Gemeinderat hofft auf rege Mitwirkung an der neuen Bau- und Nutzungsordnung

Im Anschluss an die Präsentation durften die Besucher Fragen stellen.

Im Anschluss an die Präsentation durften die Besucher Fragen stellen.

«Das freut mich ausserordentlich», sagte Gemeindeammann Urs Affolter: Gegen hundert Personen waren am Samstagvormittag an den Infoanlass zur Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in den Buchser Gemeindesaal gekommen. Sogar bereits zwei Stunden früher, um 8 Uhr, hatten sich trotz Kälte mehr als zwei Dutzend Interessierte zum Dorfrundgang eingefunden, wo die Neuerungen der BNO gleich vor Ort in den Quartieren gezeigt wurden.

Die geltende BNO der Gemeinde Buchs wurde noch im letzten Jahrhundert gemacht und muss deshalb revidiert werden. «Sie ist schlank – zu schlank», so Affolter. «Uns fehlen deshalb teilweise die Möglichkeiten, in die Entwicklung einzugreifen und Qualität durchzusetzen.» Qualität in der Siedlungsentwicklung, das betonte der Ammann mehrfach, sei das Ziel der neuen BNO.

Die Planer («plan:team») führten in die komplexe Materie ein. Die BNO, die bis am 6. März zur Mitwirkung aufliegt, sieht teils massive Änderungen vor: In der neuen Zentrumszone (Aarauerstrasse und Mitteldorf) soll beispielsweise auf die Ausnützungsziffer verzichtet werden, um auf den oft sehr kleinen Parzellen eine vernünftige Verdichtung zu ermöglichen. Für ein erleichtertes Murmeln im Publikum sorgte die Ankündigung der Planer, dass es in Buchs – obwohl theoretisch machbar – keine Hochhäuser geben werde (also nichts, was 30 Meter und höher ist).

Eingezont wird mit der neuen BNO nicht. Einzig: Das Postgebäude, derzeit in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, soll auf Antrag in die Zentrumszone integriert werden. Damit ist dort auch Wohnnutzung möglich, was einer Einzonung gleichkommt – und es fällt eine Mehrwertabgabe für die Liegenschaftsbesitzerin an, die teils in die Kantons- und teils in die Gemeindekasse fliesst.

Bei der Fragerunde brachte ein Buchser sein Unbehagen gegen die Vorschriften zum Ausdruck; die in der neuen BNO zweifelsohne zahlreicher sind als in der alten. «Ich stelle fest: Das ‹Driischnorr-Potenzial› des Staates ins Privateigentum wird immer grösser.» Auch die Themen Parkplätze und Freiräume tauchten in mehreren Voten auf; und das Nachverdichten in den bestehenden Wohngebieten ist nicht allen geheuer. Jedoch: Die Buchser schienen die neue BNO bisher recht positiv aufzunehmen.

Ammann Urs Affolter forderte die Interessierten auf, sich jetzt an der Mitwirkung zu beteiligen: «Es ist ein Vorschlag, den der Gemeinderat für sinnvoll hält. Das heisst aber nicht, dass er richtig ist. Es ist keine fertige Planung – macht mit.»

Sämtliche Unterlagen sind auf www.buchs-ag.ch zu finden. Weil es für Laien mitunter schwierig ist, die geschriebenen Bestimmungen zu verstehen und sich ein konkretes Bild der Auswirkungen machen kann, stellen die Planer ein 3D-Modell zur Verfügung. Abrufbar ist es ebenfalls via Gemeindewebsite.

Im Modell wird jede Liegenschaft dreidimensional dargestellt– so, wie sie aktuell aussieht; und so, wie man ihr Bauvolumen mit der neuen BNO verändern dürfte. Es ist sogar möglich, sich den Schattenwurf zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Jahresverlauf anzeigen zu lassen. Falls dann noch Fragen offen sind: Am 23. Januar und 13. Februar stehen Gemeinderat und Planer von 18 bis 20 Uhr im Gemeindesaal für BNO-Fragen zur Verfügung.

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