Unterentfelden
«Es ist kein unnötiges Luxusangebot» – SP-Präsidentin begründet, warum die Traglufthalle wichtig ist

SP-Ortsparteipräsidentin Lucia Engeli über die Volksabstimmung, die am 24. Januar in Unterentfelden stattfindet.

Daniel Vizentini
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Lucia Engeli (38), Oberärztin am Kantonsspital, setzt sich für die Mitfinanzierung der Traglufthalle über der Badi in Suhr ein.

Lucia Engeli (38), Oberärztin am Kantonsspital, setzt sich für die Mitfinanzierung der Traglufthalle über der Badi in Suhr ein.

Severin Bigler

Die Finanzierung der Traglufthalle über der Badi in Suhr ist beinahe gesichert: Suhr, Buchs, Gränichen, Aarau, Densbüren und Erlinsbach AG haben ihre Beiträge gesprochen. Mit dem Batzen des Swisslos-Sportfonds sind über 2,7 der insgesamt 3 Mio. Franken fix. Entscheide stehen noch aus in Unterentfelden, Erlinsbach SO, Küttigen und Biberstein. Muhen hat seinen Beitrag von 70'000 Franken verneint. Oberentfelden ist gar nicht erst darauf eingestiegen.

Im Zentrum steht bei diesem Projekt der Grundsatz, dass regionale Projekte auch regional finanziert werden. Für Lucia Engeli, Präsidentin der SP Unterentfelden, ist klar: Nach dem Scheitern des Zukunftsraums müssten sich die Gemeinden erst recht für eine regionale Zusammenarbeit einsetzen.

Punkto Mitfinanzierung der Traglufthalle über der Badi in Suhr sind in Unterentfelden die SVP, FDP und CVP dagegen, die SP und GLP dafür. Warum besteht die SP auf den Beitrag?

Lucia Engeli: Wir finden, die bevölkerungsreiche Region Aarau braucht ganzjährig ein 50-Meter-Schwimmbecken. Es ist kein unnötiges Luxusangebot, wir wollen keinen Funpark. Es gehört zur Standard-Infrastruktur einer Stadtregion in einem der reichsten Länder der Welt.

Das Schwimmbad Entfelden schreibt jedes Jahr bis zu 300000 Franken Defizit. Jetzt sollen noch einmalig 74000 Franken für die Badi im Nachbardorf ausgegeben werden. Können Sie nachvollziehen, dass dies das Stimmvolk etwas befremdet?

Ich kann das schon irgendwie nachvollziehen, wenn man im Budget zweimal das Wort Schwimmbad liest und sich dann denkt, dass einmal genügen würde. Aber ich finde, das Argument geht genau umgekehrt: Gerade wir Unterentfelder sollten doch wissen, dass ein Schwimmbad für eine Gemeinde – oder eben sogar zwei Gemeinden – nicht stemmbar ist. Gerade deshalb müssten wir uns für eine regionale Lösung einsetzen. Ein neues Schwimmbad, das die Region versorgt, muss zuerst geplant werden. Wenn wir aber nicht einmal für die Traglufthalle als Provisorium zusammenstehen, dann werden wir die um ein Vielfaches teurere, definitive Lösung erst recht nicht zu Stande bringen. Dann bleiben wir im Schweizer Vergleich im Hintertreffen und sind eine unattraktive Region.

Wenn schon über regionale Zusammenarbeit diskutiert wird: Könnte man die Nachbargemeinden anfragen für eine Mitfinanzierung der Badi Entfelden?

Mit unserer Badi werden wir keine anderen Gemeinden an Bord holen können. Wenn andere Gemeinden das Hallenbad für den Schwimmunterricht benutzen, bezahlen sie aber eine Miete.

Der Zukunftsraum ist Geschichte, in Unterentfelden gibt es aber ein Volks-Ja für eine Fusion mit Aarau. Wird sich die SP dafür einsetzen?

Ob dieses Ja zum Zukunftsraum einfach in eine Fusion mit Aarau umgemünzt werden kann, muss sich zuerst herauskristallisieren. Ich persönlich würde es für den richtigen Weg halten und ein solches Vorgehen unterstützen.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Region jetzt?

Die Zukunftsraum-Gegner haben stets wiederholt, dass regionale Zusammenarbeit auch ohne Fusion möglich wäre. Genau beim Projekt Traglufthalle sieht man nun wieder: Plötzlich sehen wieder alle eine regionale Entwicklung als fakultativ an und zählen in ihrem eigenen Gärtchen die Erbsen. Eigentlich haben wir hier gerade wieder den Beweis, dass die Fusion dringend nötig gewesen wäre.

Gemeindeammann Heinz Lüscher tritt Ende Jahr ab. Wollen Sie ins Rennen steigen und den zweiten SP-Sitz im Gemeinderat verteidigen?

Die SP wird auf jeden Fall den zweiten Sitz verteidigen. Die Kandidaten der Partei wurden aber noch nicht nominiert.

Der Schwimmclub Aarefisch setzt sich weiter für die Traglufthalle ein: «Es geht um Sein oder Nichtsein»

Für die Nachwuchsförderung mit nationaler Bedeutung stehe viel auf dem Spiel: «Es geht um Sein oder Nichtsein», scheibt Präsident Willy Bolliger. Ohne die Traglufthalle könne der Verein nicht mehr alle Kurse anbieten, im Leistungssport wäre die Region nicht mehr konkurrenzfähig. Deshalb zahlt auch der Verein 30000 Franken daran.

«Kurz vor der Zielgerade ist jetzt aber noch einmal die regionale Solidarität gefragt. Denn noch ist die Finanzierung des Projekts nicht vollständig gesichert.» Regionale Zusammenarbeit ermögliche kostenintensive Projekte, ohne das Budget der Standortgemeinden über Jahre zu belasten. Auch Unterentfelden profitiere von der Infrastruktur der Region. Willy Bolliger verspricht: Dank der Traglufthalle werden Kapazitäten im Hallenbad Entfelden für Familien und die Schwimmausbildung frei. (dvi)